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13.06.2007 

Lupe

Und darum kaufen die Energiekonzerne Benzin und andere Rohölderivate für den amerikanischen Markt im Ausland - Benzin vornehmlich in Westeuropa mit seiner vergleichsweise vorzüglichen Raffineriekapazität. Deutsche und andere europäische Autofahrer zahlen darum den Preis für den Beginn der "driving season", der amerikanischen Urlaubsreisezeit. Nicht Öl wird westwärts über den Atlantik transportiert, sondern Benzin. Mit entsprechenden Folgen für die Preise: Rohöl der vor allem in Texas geförderten Standardqualität WTI notierte vergangene Woche knapp über 65 Dollar für das Fass, während der entsprechende Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent auf 71,35 Dollar kletterte. Eine solche Differenz zwischen den beiden Preisen hatte es noch nie gegeben.

Sogar die seit Monaten anhaltende Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro kann die Folgen dieses Preisanstiegs für Deutschland nur mildern, aber nicht abfangen. Seit dem Rekordpreis des Rohöls im August 2006 hat der Dollar zum Euro über fünf Prozent seines Außenwerts verloren. Das mildert die Folgen der Preissteigerung für die meisten Benzinkunden in Euroland - aber nicht für die Deutschen, die auch an der Tankstelle die von 16 auf 19 Prozent gestiegene Mehrwertsteuer zahlen müssen.

So stieg der Benzinpreis in Deutschland im Mai auf ein Rekordniveau. Mit sinistren Absprachen eines deutschen Sprit-Kartells hat das wenig zu tun, auch wenn die Boulevardpresse vor Pfingsten meinte, ihren Lesern entsprechende Buhmänner mit Bild und Namen präsentieren zu müssen. Dabei haben die Benzinkonzerne gehandelt wie eigentlich immer vor Feiertagen und für ein paar Tage das normale Kalkül um einen oder zwei Cent erhöht: Sie wissen ja, dass der Autofahrer das Spiel mitmacht, wenn sonst der Kurzurlaub am langen Wochenende gefährdet wäre. Wer jetzt mit dem nächsten Tanken bis zum ersten Tag der Sommerferien in seinem Bundesland wartet, ist selbst Schuld.

Machenschaften der Ölkonzerne sind für den Ärger an Deutschlands Tankstellen also nicht verantwortlich. Auch die gesetzlich vorgeschriebene Beimischung von Biosprit ins deutsche Benzin treibt kaum die Preise. Der Treibstoff vom Bauernhof ist, so Energie-Expertin Kemfert, derzeit kaum teurer als das gewöhnliche Benzin aus der Raffinerie.

Nein, wenn Deutschlands Autofahrer jemanden ganz persönlich für die Literpreise um 1,40 Euro verantwortlich machen wollen, müssen sie sich unter den Politikern umsehen. Fast 66 Prozent des SuperbenzinPreises geht an den Fiskus - die Erlöse der Konzerne steigen nicht stärker als der Ölpreis, und die Handelsmargen der Tankstellenbesitzer und -pächter bewegen sich im mikroskopischen Bereich.

Im Zeichen der CO2-Diskussion gibt es allerdings "keine politische Chance", die im Vergleich zu den meisten Nachbarländern hohe Steuerbelastung des Benzins in Deutschland abzubauen, meint DIW-Forscherin Kemfert. Trotzdem wirkt die staatliche Belastung des Benzinverbrauchs dreist, weil der Fiskus hier eine Steuer auf andere Steuern erhebt: Benzin wird mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belastet, 19 Prozent seit Beginn dieses Jahres, und diese 19 Prozent werden auch auf die zu entrichtende Mineralöl- und Ökosteuer erhoben - steuersystematisch vertretbar, für die Bürger aber unverständlich.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 23, 4.6.2007

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Für Markenführer sind Designer ein Alptraum. Sie halten die etablierten Marken für uncool und schaffen lieber ihre eigenen. Weil ihr kreatives Potential klassischen Firmen aber zu weit geht, schließen sie sich oft in kleinen Zirkeln von Auserwählten zusammen. Bestes Beispiel: „My Document“ von 25togo.com. Oder: Wie aus einem Blog ein Unternehmen wurde. Artikel