Der Trabi hatte ein Stahlgerippe, eine Plastikkarosse und einen luftgekühlten Motor. „Der 600 Kubik-Zweitaktmotor blieb unverändert und wurde im Laufe der Jahre von 18 auf 26 PS gesteigert“, erklärt Neuber. Kurz vor der Wiedervereinigung wurde in Zusammenarbeit mit VW auch noch ein Viertaktmotor entwickelt. Neben der Limousine und dem Kombi war auch noch der Trabant mit einem Zelt auf dem Dach weit verbreitet.
Der Name Trabant (“Der Begleiter“) stammt aus einem Ideenwettbewerb in den 50er Jahren, den das Zwickauer Automobilwerk ausgeschrieben hatte. Der Gebrauchsgrafiker Herbert Mothes hatte die Idee für den Namen. „Er orientierte sich an dem ersten künstlichen Erdtrabanten der UdSSR, der im Oktober 1957 ins Weltall geschossen wurde und als „Sputnik' in die Geschichte einging“, sagt Neuber.
Der Trabi-Fachmann klärt auch die Frage, wieso das kleine Auto eigentlich nicht aus Blech, sondern aus Plastik gebaut wurde: In den 50er Jahren sei in der DDR Blech knapp gewesen, weil der Westen ein Embargo gegen die DDR verhängt habe. Die Ingenieure hätten deshalb nach einem Ersatz gesucht und die Plastikkarosserie erfunden, erklärt Neuber.
Am Anfang der Produktion lag der Preis für einen Trabi bei 7 500 DDR-Mark, im Laufe der Jahre stieg er auf rund 14 000 DDR-Mark. Gleichzeitig wurden auch die Wartezeiten immer länger: Ende der 80er Jahre lagen sie zwischen 13 und 15 Jahren. Auch das sei ein Grund gewesen, weshalb der Trabi zu DDR-Zeiten als Kostbarkeit gehütet worden sei, wenn man ihn dann endlich bekommen habe, erläutert Neuber.
Jeder Trabi habe seine ganz persönliche Geschichte, bilanziert der Autoexperte. Der Trabant sei Teil des Lebens gewesen. Und so steht Neuber denn auch dem „new Trabi“ eher zwiespältig gegenüber, denn: „Ein richtiger Trabifreund will eben einen richtigen Trabant“, meint er.
