Aus Kluges Sicht ergibt es daher auch keinen Sinn, mit dem Autokauf abzuwarten. „Egal, wie die Regelung ausfällt, die Eckpunkte stehen fest.“ Spritverbrauch und CO2-Ausstoß seien in Zukunft die bestimmenden Größen. „Je niedriger der Spritverbrauch ist, desto geringer wird später die Kfz-Steuer ausfallen“, erklärt der VCD-Sprecher. Wer ein besonders sparsames Modell auswählt, sei daher auch nach der Umstellung der Kfz-Steuer auf der sicheren Seite. „Die Unsicherheit ist nur ein Argument mehr, sich ein sparsames Auto anzuschaffen.“
So sieht es auch der ADAC in München. „Eines ist ganz klar: Wenn man bei der Kaufentscheidung die Höhe der künftigen Kfz-Steuer berücksichtigen will, sollte man auf ein Fahrzeug setzen, das möglichst wenig verbraucht“, sagt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Am besten sei es, ein Auto auszuwählen, das mit weniger als fünf Litern auf 100 Kilometern auskommt. Besitzer von Fahrzeugen, die viel Sprit verbrauchen, „werden künftig ganz schön zur Kasse gebeten werden“.
Die gleichen Kriterien sollten laut VCD-Sprecher Kluge beim Kauf eines Gebrauchten gelten. Hier ist neben dem Verbrauch aber auch die Schadstoffklasse wichtig. Denn im Gespräch sind Steuererhöhungen für ältere Fahrzeuge mit den schlechteren Abgasnormen Euro zwei und drei - während künftig im Gegenzug besonders verbrauchs- und schadstoffarme PKW sogar ganz von der Steuer befreit werden könnten. Um also beim Gebrauchtkauf nicht in die Kostenfalle zu tappen, empfehlen VCD und ADAC mindestens ein Modell mit der Abgasnorm Euro 3, besser eines mit Euro vier zu wählen. Auf keinen Fall sollte die Abgasstufe schlechter sein als beim bisherigen Fahrzeug.
Die diskutierte Strafsteuer für Euro-2- und Euro-3-Fahrzeuge könnte laut ADAC-Sprecher Maurer sogar ein Grund sein, den beabsichtigten Autokauf jetzt vorzuziehen. Denn sind die diskutierten Steueränderungen erst in Kraft, dürfte es umso schwieriger werden, im Gegenzug ein altes Fahrzeug mit Euro 2- oder Euro-3-Einstufung noch zu einem einigermaßen akzeptablen Preis zu verkaufen.
