Die weltweite Nachfrage nach Niedrigstpreis-Autos zwischen 2 500 und 5 000 Dollar wird in den kommenden Jahren rasant wachsen. Bei einer erwarteten jährlichen Steigerung von 24 Prozent sollen bis 2020 pro Jahr bis zu 16 Millionen dieser Autos verkauft werden. Das geht aus einer bisher unveröffentlichten Studie von A.T. Kearney hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.
Ratan Tata, Chef des gleichnamigen indischen Autobauers mit dem vergleichsweise teuren Modell Indigo XL. Foto: ap
DÜSSELDORF. Die Berater haben dazu ein Rechenmodell aufgelegt, dass die Anzahl finanziell in Frage kommender Käufer in den Schwellenländern mit der wahrscheinlichen Nachfrage abgleicht.
„Die wichtigsten Märkte für Niedrigstpreis-Autos werden voraussichtlich Indien und die südostasiatischen Staaten sein“, sagt A.T.-Kearney-Partner Stephan Mayer, der die Studie verfasst hat. Da sich das Einkommen in China und Russland sehr schnell entwickelt, wächst dort bereits der Bedarf an Kleinwagen und Mittelklasseautos.
Langfristig soll vor allem Indien den Absatz sogenannter Ultra-Low-Cost-Cars (ULCC) treiben. Der indische Hersteller Tata hat das erste Modell zum Preis von 2 500 Dollar für 2008 angekündigt. „Einen Schrecken für die etablierten Hersteller“, nennt Mayer das. Viele behaupteten, so etwa gehe gar nicht.
„Das ist eine gefährliche Arroganz“, sagt der Berater. Spätestens 2009 sei dann der erste chinesische Anbieter soweit. Auch für deutsche Anbieter böten sich Chancen. Dazu sei aber ein radikales Umdenken nötig „Bisher sehe ich nur moderate Anstrengungen der deutschen Autobauer“, sagt Mayer.
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