AutoAuto-Tests
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Mittwoch, 30. April 2008, 10:05 Uhr
Auto

Mercedes SL 280: Der Luxus-Roadster wird sportlicher


Front
Bild vergrößern Umfangreiches Facelift: Die einzelne Chromspange im Grill und die Powerdomes auf der Motorhaube erinnern an erfolgreiche Vorgängermodelle. (Bild: Mercedes-Benz)

Hamburg (dpa-infocom) - Seit mehr als 50 Jahren ist der Mercedes SL für viele Autofahrer der Traumwagen schlechthin - allerdings bleibt dieser Traum angesichts der hohen Preise den meisten Normalverdienern verwehrt.

Startpreis knapp unter 80 000 Euro

Wirklich viel ändert sich daran auch mit der jüngsten Modellpflege für den Roadster nicht. Doch mit einem neuen Einstiegsmotor gelingt es den Schwaben, den Preis unter die psychologisch wichtige Grenze von 80 000 Euro zu drücken. Und falls es in dieser Klasse tatsächlich ein Umweltgewissen gibt, kann man das jetzt mit einem auf 9,4 Liter reduzierten Verbrauch beruhigen.

Neues Basismodell startet mit 231 PS

Angetrieben wird der neue SL 280 von einem drei Liter großen V6- Motor, der 170 kW/231 PS leistet und mit maximal 300 Newtonmetern zu Werke geht. Für einen waschechten Sportwagen klingt das nach automobiler Schonkost. Doch für Heißsporne gibt es wie im kleinen Bruder SLK ja im SL 350 den neuen Sportmotor mit Hochdrehzahl- Konzept, dessen Leistung um 16 Prozent auf 232 kW/316 PS gestiegen ist. Zudem bleiben der SL 500 mit 285 kW/388 PS und der SL 600 mit 380 kW/517 PS weiter im Programm. Und für ganz besonders Eilige hat Haustuner AMG neben dem unbändig starken Komfortsportler SL 65 (450 kW/612 PS) den giftigen SL 63 AMG mit 386 kW/525 PS aufgelegt.

Auch der kleine Motor bietet großes Vergnügen

Natürlich sind diese Versionen allesamt etwas sportlicher. Doch ist das neue Basismodell auf der Straße lange nicht so schmalbrüstig, wie es die Daten vermuten lassen: Beim Bummel über den Boulevard oder der Fahrt über Land genügt der kleine V6-Motor allemal für das gemütliche Cruisen, das Roadsterfahrer angeblich so schätzen. Wer dafür mal eben an einem Lastwagen vorbeiziehen muss, kann auf eine respektable Beschleunigung bauen. Immerhin schafft es der knapp zwei Tonnen schwere Zweisitzer in 7,8 Sekunden auf Tempo 100. Und auf einer freien Autobahn ist er noch immer schneller, als es die Hauspolitik erlaubt. Deshalb dreht ihm die Elektronik bei 250 Kilometern pro Stunde (km/h) sanft den Hahn zu.

Direktlenkung: Aufpreispflichtig aber wirkungsvoll

Wer aus der Tiefebene aufsteigt und sein Glück in den Bergen sucht, wird allerdings bisweilen etwas enttäuscht sein. Denn dort muss man die Gänge schon weit ausdrehen und kräftig aufs Gas treten, wenn man sportlich unterwegs sein will. Dabei sind es doch gerade die engen Serpentinen, auf denen man den geschärften Charakter des überarbeiteten SL erfahren kann. Schließlich spielt dort die neue Direktlenkung ihre Vorzüge am besten aus. Zwar verlangt Mercedes für die spezielle Zahnleiste im Lenkgetriebe einen in dieser Fahrzeugklasse fast schon unverständlich kleinlichen Aufpreis von 178 Euro, doch kommt der Wagen damit deutlich leichter um die Kurven.

Neues Design steigert den Sehnsuchtsfaktor

Um nicht nur den sportlichen Charakter herauszuarbeiten, sondern auch den Sehnsuchtsfaktor zu steigern, hat Mercedes kräftiger am Design gearbeitet, als es bei einer Modellpflege üblich ist. Die Front trägt deshalb jetzt mit der einzelnen Chromspange im Grill, den sogenannten Powerdomes auf der Motorhaube und den Kiemen an der Flanke deutliche Zitate aus der glorreichen Vergangenheit und sucht mit dem Abschied vom Vier-Augen-Gesicht und den neuen Scheinwerfern einen stilistischen Weg in die Zukunft. Und das Heck wirkt mit neuen Einsätzen für die Rückleuchten und einem angedeuteten Diffusor in der Schürze ebenfalls sportlicher.

Warme Luft aus der Nackenstütze verlängert den Sommer

Innen betont Mercedes die komfortable Seite des SL. Natürlich gibt es auch hier die üblichen Modellpflegemaßnahmen vom neuen Lenkrad über die frisch gezeichneten Instrumente bis hin zu den geänderten Zierleisten auf der Mittelkonsole. Doch die wichtigste Neuerung steht auf der Liste der Ausstattungsoptionen: Wie schon im SLK kann man jetzt für 595 Euro Aufpreis auch im SL den Airscarf bestellen. Ein Heizgebläse in den Kopfstützen umgibt die Passagiere mit einer warmen Wolke und verlängert auf diese Weise die Open-Air-Saison. Und wenn es doch einmal zu kalt wird, genügt ein Knopfdruck, damit sich binnen 16 Sekunden das massive Faltdach zwischen Haupt und Himmel schiebt.

Fazit: Auch nach 50 Jahren ein Traumwagen

Unterm Strich muss man den Schwaben zugestehen, dass sie mit der Modellpflege beide Seelen des SL noch einmal betont und den Klassiker wirkungsvoll aktualisiert haben. Es gibt sicher Roadster, die sportlicher sind. Und manche sind vielleicht auch komfortabler. Doch in dieser Kombination ist der SL ziemlich allein auf weiter Flur. Wenn nur der hohe Preis den Griff nach den Sternen nicht so schwer machen würde.


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Mini Cooper S Clubman: Der Kombi, der keiner sein soll(09.05. 09:49)
Artikel Mercedes SL 280: Der Luxus-Roadster wird sportlicher(30.04. 10:05)
Artikel BMW X6: Kurvenkönig im Coupé-Gewand(23.04. 12:59)
Artikel Renault Grand Modus: In die Länge gezogen(16.04. 09:50)
Artikel Mazda6 Kombi: Lademeister mit „Sechs“-Appeal(10.04. 08:00)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

AUTO-VISIONEN
Bildergalerie  Auto-News in Bildern
Neuwagen, Tests, Gebrauchte, Concept Cars, Liebhaberstücke, Technik, Tarife und Kurioses: Hier finden Sie in Kürze das Wesentliche vom Automarkt zum Durchklicken. Eine Nachrichtenübersicht mit großen Bildern und kurzen Texten.

Bildergalerie  Die Zweijährigen mit dem höchsten Potenzial
Die Auto-Bewertungsexperten von Schwacke haben sich aktuell zwei Jahre alte Fahrzeuge vorgenommen und diese hinsichtlich Wertverlust und Restwertpotenzial in elf Fahrzeugklassen beurteilt. Unsere Übersicht, die für Fuhrparkmanager ebenso wichtig ist wie für private Gebrauchtwagen(ver)käufer, zeigt die 33 Bestplatzierten.

Bildergalerie  Begleiter für kleine Gelände-Abenteuer
Audi zeigt auf der aktuellen Automesse in Peking den neuen Q5, Mercedes fährt den GLK vor: Die Mischung von dezenter Offroad-Optik und PKW-Komfort ist bei den Käufern sehr gefragt. Fast alle Autobauer haben kompakte Geländegänger im Angebot, – und im Laufe des Jahres stehen weitere SUV-Neuheiten vor der Markteinführung. Ein Überblick in Bildern.

Bildergalerie  Alte Gebrauchte rechtzeitig abstoßen
Mehr als 21 Millionen PKW auf deutschen Straßen sind älter als acht Jahre. Und erst nach ebenfalls rekordverdächtigen zwölf Jahren wird das durchschnittliche Auto in Deutschland ausrangiert, meldet das Kraftfahrtbundesamt. Aber fährt man mit alten Karossen wirklich günstig? Die Dekra hat in verschiedenen Fahrzeugklassen nachgerechnet.

Bildergalerie  Rückkehr einer VW-Ikone
In den 70er Jahren kamen bei VW Namen mit einem besonderen Klang auf. Mit dem Golf debütierte eine Ausnahmeerscheinung der Autowelt, und mit dem Namen eines Wüstenwindes kam ein Sportcoupe, das schnell viele Liebhaber fand: Scirocco. 34 Jahre nach der Weltpremiere des Ur-Scirocco auf dem Genfer Auto-Salon präsentierte VW endlich den Nachfolger. Eine Scirocco-Historie in Bildern.

Bildergalerie  Oldtimer-Fakten: Too young to die
Nur Autos werden mit der Zeit schöner: 15 Fakten für Old- und Youngtimer-Liebhaber ...

Bildergalerie  „Oben ohne“ steht für Luxus
Ungeachtet des schlechten letzten Sommers und missglückten Starts in diesen Frühling floriert das Geschäft mit Cabrios. Derzeit sind 1,5 Millionen offene Autos in einem Land unterwegs, das eine Jahresmitteltemperatur von knapp 10 Grad Celsius anzubieten hat. Was zählt ist weniger der Blick in den Himmel als Design und Status: Wer offen fährt, gönnt sich was. Eine Marktübersicht in Bildern.

Von Frank G. Heide und Chris Löwer
Bildergalerie  Neue Konkurrenz in der „Golf-Klasse“
Für den Klassiker aus Wolfsburg, den VW Golf, wird es enger: Fast ein Dutzend kompakter Neuheiten in kommen in nächster Zeit auf den Markt. Dabei spannt die Industrie den Bogen von praktischen Kombis über bezahlbare Sportwagen bis hin zu echten Luxusmodellen, die sich von der Oberklasse allein im Format unterscheiden. Eine Marktübersicht in Bildern.

Frank G. Heide
Bildergalerie  Die Lieblinge der Fuhrpark-Manager
Autos, die sich in großen Fuhrparks durchsetzen, erfüllen besondere Voraussetzungen in puncto Unterhaltskosten, Restwert und Verschleiß. Damit sind sie auch für private (Gebrauchtwagen-)Käufer interessant . Die Leser der Fachzeitschrift "Autoflotte" haben nun die Flotten-Awards 2008 gewählt. Eine Bilderstrecke mit den Siegern in 14 Kategorien.

Frank G. Heide
Bildergalerie  Handarbeit bis zur letzten Schraube
Der Sportwagenhersteller Wiesmann feiert Jubiläum. Seit 20 Jahren erfüllen sich im westfälischen Dülmen die Autoträume echter Puristen. Kernige Roadster, die nach eigenen Konstruktionsplänen von Facharbeitern in Einzelanfertigung hergestellt werden, sind das Markenzeichen der "Manufaktur der Individualisten". Die Wiesmann-Story in Bildern.

Von Petra Blum
BildergalerieStauen mit Stil
BildergalerieSieger und Verlierer im Tüv-Mängelreport
BildergalerieBritische Ikone in indischer Hand
BildergalerieWürfel sind sexy
BildergalerieDer Abschied vom Einheits-Look
BildergalerieDas Ende des Wettrüstens
BildergalerieHighlights des 78. Genfer Autosalons

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
VW-Ikone

Rückblick in Bildern: Wie der Scirocco frischen Wind nach Wolfsburg brachte.
Open Air-Vergnügen

Cabrios: Wer offen fährt, der gönnt sich was. Eine Übersicht in Bildern.
Kompakt fährt vor

Fotostrecke: Welche Autos jetzt dem VW Golf Konkurrenz machen wollen.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick