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HANDELSBLATT, Mittwoch, 16. Januar 2008, 08:00 Uhr
ADAC Gebrauchtwagencheck

Mercedes M-Klasse: Kratzer am Qualitätsimage


Mercedes M-Klasse
Bild vergrößern Die Mercedes M-Klasse fällt in der ADAC-Pannenstatistik durch etliche Mängel in der Elektrik auf. (Bild: Daimler/dpa/tmn)

dpa/tmn MüNCHEN. Es ist kein Geheimnis, dass Fahrzeuge von Mercedes in den vergangenen Jahren mit Qualitätsproblemen zu kämpfen hatten. Geländewagen der M-Klasse bilden in diesem Zusammenhang keine Ausnahme.

Die in den USA gebauten Autos wiesen zunächst ein für die Marke untypisches Qualitätsniveau auf, bei dem über die Jahre immer wieder nachgebessert werden musste. Auch in der Pannenstatistik des ADAC in München taucht die M-Klasse mit Mängeln auf, die Nachlässigkeiten bei der Montage und Materialauswahl vermuten lassen.

Ein Thema bei der M-Klasse ist die Elektrik. Hier führen Mängel laut ADAC unter anderem zu Defekten an den Schiebedächern. Die elektrischen Fensterheber sind davon ebenso betroffen wie die Wegfahrsperre und die Alarmanlage. Das Problem defekter und ungenauer Tankuhren musste vom Hersteller ebenfalls bearbeitet werden. Weitere Überarbeitungen betrafen die Stabilisator-Lagerungen und die Drehstabfedern der Radaufhängung. Untypisch für ein teures Auto sind die stellenweise bemerkten wackelnden Sitze sowie der Verschleiß an den Bezügen - auch hier wurde vom Hersteller nachgebessert.

Die M-Klasse hatte ihre Premiere 1998. Eine erste Modellpflege erfolgte bereits 1999, ein Facelift wurde 2001 vorgenommen. Mit dem Modellwechsel 2005 wurden wieder Verarbeitungsqualitäten erreicht, wie sie die Kunden von einem Mercedes erwarten. Grundsätzlich gilt die M-Klasse als ein Auto mit großzügigem Raumangebot, guten Fahreigenschaften und einer vergleichsweise guten Übersichtlichkeit.

Das Motorenangebot ist umfangreich: Bei den Benzinern reicht es vom 110 kW/150 PS starken Vierzylinder bis zum Achtzylinder mit 255 kW/347 PS im Topmodell ML 55 AMG. In der zweiten Generation der M-Klasse ist die Spitze erst bei 375 kW/510 PS erreicht. Markentypisch ist außerdem die recht breite Palette der zur Verfügung stehenden Diesel-Aggregate: Hier beginnt es bei 120 kW/163 PS. Die Obergrenze bilden in der ersten Generation 184 kW/250 PS, im neuen Modell 225 kW/306 PS.

Trotz der bekannten Mängel ist die M-Klasse ein beliebter Gebrauchtwagen und daher nicht günstig zu bekommen. Das Basismodell ML 230 aus dem Jahr 1998 kostet laut Schwacke-Liste heute noch rund 8 800 Euro. Ein ML 500 von 2001 wird mit gut 24 000 Euro gehandelt, das Dieselmodell ML 400 CDI mit Baujahr 2004 gibt es für etwa 34 000 Euro.


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