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13.05.2008 
Wie Ferrari seine Kunden umgarnt

Der Weltmeister als Chauffeur

von Katharina Kort

Autofinanzierung ist gemeinhin ein Instrument der Absatzförderung. Nicht so bei Ferrari. Deren neue Einheit Ferrari Financial Services soll den reichen Kunden der Fiat-Luxustochter die Finanzierung des Autokaufs schmackhaft machen - damit der Autohersteller sich etwas hinzuverdient. Dafür setzen die Verantwortlichen der Sparte auf besondere Dienstleistungen.

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher macht Ferrari-Besitzer froh, indem er auf der Teststrecke des Autoherstellers eine Runde mit ihnen dreht. Foto: PRLupe

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher macht Ferrari-Besitzer froh, indem er auf der Teststrecke des Autoherstellers eine Runde mit ihnen dreht. Foto: PR

MARANELLO. Die Motoren röhren auf der Piste von Fiorano, wenige hundert Meter vom Ferrari-Hauptquartier in Maranello entfernt. Aus einem feuerroten Ferrari Scuderia steigt vom Beifahrersitz ein Mann, der sein Strahlen gar nicht abstellen kann. Kein Wunder: Am Steuer sitzt Michael Schumacher. Fahrkurs mit dem Champion. Gleich wechselt der siebenfache Formel-1-Weltmeister in den nächsten Ferrari und zeigt dem nächsten Besitzer, wie er in der Haarnadel-Kurve am besten schaltet.

"Das hier ist wie Weihnachten", sagt eine Dame im Sommerkleid, die ihren Mann nach Maranello begleitet hat. Am Vormittag haben die Ferrari-Besitzer bereits ihre Wagen auf der Teststrecke gefahren. Nach dem Mittagessen mit Michael Schumacher können sie nun ihr Idol persönlich beim Fahren nach den letzten Kniffen fragen. Kundenpflege der besonderen Art.

Der Fahrkurs unter strahlender Mai-Sonne ist Teil des Programms der neuen Finanzierungstochter des legendären italienischen Sportwagenherstellers Ferrari. Ferrari Financial Services ist die neue Geschäftseinheit der Fiat-Luxustochter Ferrari, die ihren reichen Kunden eine Finanzierung schmackhaft machen will. Und das ist gar nicht so einfach. Denn die Käufer haben in der Regel genug Geld. Der Ferrari ist in den meisten Fällen das Dritt- oder Viertauto.


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"Unsere Kunden brauchen nicht wirklich eine Finanzierung", stellt auch Amedeo Felisa, der Geschäftsführer von Ferrari klar. Die Wartelisten für Ferraris sind lang. Kunden warten im Durchschnitt zwei Jahre auf ihr Traumauto - und es ist erklärte Unternehmenspolitik, weniger Wagen herzustellen, als verkauft werden könnten. Im vergangenen Jahr hat Ferrari 6 465 Autos geliefert.

Die neuen Finanzdienstleistungen sollen also nicht der Verkaufsförderung dienen, sondern die Einnahmen von Ferrari erhöhen, ohne dass das Unternehmen dafür mehr Wagen auf den Markt bringen muss. Um auch Leute mit Geld davon zu überzeugen, setzt Ferrari Financial Services auf besondere Dienstleistungen: Ein Versicherungspaket, ein Wartungsprogramm und eben Extras wie Fahrkurse mit Schumacher. Beim Totalschaden bekommen die Kunden, die sich für das Leasing-Modell entscheiden, einen neuen Ferrari schon innerhalb von sechs Monaten - und nicht erst nach zwei Jahren. "Reiche sind ja nicht deshalb reich, weil sie dumm sind. Denen muss man schon etwas bieten, das auch wirklich einen Wert hat", fasst es Felisa zusammen.

Mit der Aufgabe, Reiche zum Kauf auf Pump zu überreden, hat Ferrari einen Experten aus Deutschland beauftragt. Darius Ahrabian ist der Vorstandsvorsitzende von Ferrari Financial Services SpA - und mit einem kleinen Anteil an der Gesellschaft beteiligt, die sonst komplett Ferrari gehört. Er bringt eigene Erfahrung mit: In der Vergangenheit hat Ahrabian die auf Luxusautos spezialisierte Leasingfirma AIL gegründet.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie das Geschäft läuft

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Für Markenführer sind Designer ein Alptraum. Sie halten die etablierten Marken für uncool und schaffen lieber ihre eigenen. Weil ihr kreatives Potential klassischen Firmen aber zu weit geht, schließen sie sich oft in kleinen Zirkeln von Auserwählten zusammen. Bestes Beispiel: „My Document“ von 25togo.com. Oder: Wie aus einem Blog ein Unternehmen wurde. Artikel