AutoTechnik & Sicherheit
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HANDELSBLATT, Dienstag, 8. April 2008, 12:00 Uhr
Belohnungen sollen zu sicherem Fahren beitragen

Black Box macht Chefs zu virtuellen Beifahrern

Von Lena Brochhagen

Die Blackbox fährt immer mit: Sie zeichnet auf, wohin der Fahrer unterwegs ist, wie schnell er fährt und ob er das Tempolimit einhält. Wer gut gefahren ist, bekommt am Monatsende eine Belohnung.


KÖLN. Die allwissende Blackbox ist eine der möglichen Methoden, mit denen Unternehmen ihre Mitarbeiter zum vorsichtigen Fahren im Dienstwagen motivieren können – ein Ziel, das immer mehr Fuhrparkbetreiber anstreben. Vorsichtiges Fahren ist für sie kein Selbstzweck: Es kann eine Menge Kosten sparen. Denn die Ausgaben für Versicherung, Benzin und Reparaturen fallen niedriger aus.

Das Kalkül: Um die Ziele zu erreichen, müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter über Belohnungssysteme ködern. Die Angestellten sollen sich stärker verantwortlich für ihren Dienstwagen fühlen. Denn die Sorgfalt lässt oft zu wünschen übrig. „Die meisten Mitarbeiter gehen mit ihrem Dienstauto nicht so vernünftig um wie nötig“, sagt Theodor Hermann, Vertriebsvorstand der Pincar AG in Ludwigshafen, die elektronische Fahrtenbücher mit Funktionen wie der Blackbox anbietet.

Das Verantwortungsgefühl fehle, weil viele Mitarbeiter keine emotionale Beziehung zum Firmenauto aufbauten. „Denen ist egal, wenn sie eine Beule ins Auto fahren“, sagt Hermann. Man könne die Bindung schon dadurch erhöhen, indem man die private Nutzung der Autos erlaubt. Parallel müsse das Fahrverhalten überwacht werden, meint Hermann.

Möglich ist das zum Beispiel mit Telematik-Systemen, die bereits in Lastwagen eingesetzt werden. Diese Technik kontrolliert über Geräte wie die Blackbox und das GPS-satellitengestützte Navigationssystem die gesamte Fahrt: „Wir können sehen, wann wer welches Fahrzeug auf welcher Strecke mit welcher Geschwindigkeit bewegt hat“, sagt Hermann. Möglich seien außerdem Piepstöne, die den Fahrer warnen, wenn er das Tempolimit überschreitet.

Inzwischen nutzen auch Versicherungen Telematik-Techniken in so genannten Pay-as-you-drive-Modellen. So erprobt beispielsweise die DBV-Winterthur eine nach dem Fahrstil berechnete Versicherung für Flotten mit bis zu zwanzig Fahrzeugen, also speziell für kleine und mittlere Unternehmen. Das Unternehmen wirbt damit, dass die Fahrer dadurch besser führen und die Schadensquote sinke.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warum die Rundum-Überwachung in der Kritik steht


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