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08.04.2008 

Lupe

Bei dem indirekten System messen die ABS-Sensoren einen Druckabfall mit. Dabei macht sich die Technik zunutze, dass ein platter Reifen einen kleineren Abrollumfang hat und die Drehzahl sich deshalb im Vergleich zu den anderen Reifen erhöht. Dunlop und Continental bieten diese Lösung für die Erstausrüstung von Fahrzeugen an.

Bei direkten Systemen - die unter anderem Beru und Pirelli herstellen - ist jedes Rad mit einem eigenen Sensor ausgestattet, der über Funk auch kleinste Druckverluste meldet. Die Sensoren werden an der Felge oder am Ventil angebracht.

Noch einen Schritt weiter geht Continental: Ein Sensormodul soll die Fahreigenschaften des ganzen Autos verbessern. Der Fühler wird an der Innenseite der Reifenlauffläche befestigt und sendet Informationen zu Reifentyp und Geschwindigkeit an den Fahrer.

Außerdem speichert das Modul Daten zu Bauart, Herstellungsdatum, empfohlenem Fülldruck, erlaubter Höchstgeschwindigkeit und Traglast. Durch diese Informationen könnten ABS und ESP besser abgestimmt arbeiten, sagt Peter Säger, Projektleiter Reifendruck-Kontrollsysteme bei Continental Automotive Systems. "Weiß das ABS, welche Art Reifen montiert ist, kann der Bremsweg bei 100 Stundenkilometern um bis zu einen Meter kürzer ausfallen", sagt Säger. Das System durchläuft derzeit einen Test in Kleinserie und soll Ende 2009 auf den Markt kommen.

Die Unternehmen arbeiten aber nicht nur an verbesserten Sicherheitseigenschaften von Reifen. "Angesichts der Bemühungen um einen geringeren CO2-Ausstoß erlangen solche Systeme nochmals größere Bedeutung", sagt Ralf Cramer, Experte für elektronische Brems- und Sicherheitssysteme bei Continental. Denn jedes Bar zu wenig verursacht einen neun Prozent höheren Spritverbrauch und erhöht so den Ausstoß von Treibhausgas.


» Technik-Special: Die aktuellsten Reifentests im Überblick


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