Der krisengebeutelte US-Autokonzern General Motors sieht nur noch eine Chance: Ein massentauglicher Elektroflitzer muss her. Doch das neue Modell, der "Chevrolet Volt" könnte zum Rohrkrepierer werden. Das Design des Autos ist mutig, doch der Weg bis zur Serienproduktion ist noch weit.
NEW YORK. Die Aufregung unweit des New Yorker Broadways ist nicht gespielt. Sie ist so groß, dass die nervöse Mannschaft von General Motors (GM) fortwährend den Blick auf ihren prächtigen Silberpfeil verstellt. Der Produktentwickler, der Baureihen-Leiter, der Chefdesigner, der Mann fürs Marketing – wie eine Abwehrmauer beim Fußball stehen sie dicht geschlossen vor jenem flachen Sportwagen, der die Autowelt bald umwälzen soll wie einst der iPod die Musikindustrie.
Und weil Revolutionen nun mal Chefsache sind, muss auch Robert A. Lutz, Entwicklungschef und Vorzeige-Veteran des größten US-Autokonzerns, noch rauf aufs Podium. Auch mit 74 Jahren erfrischt der einstige Kampfpilot der US-Marines noch stets jede Autoshow, wie diejenige, die derzeit in New York stattfindet.
Die Haare weiß, dafür die Gesichtshaut braun gebrannt, wechselt „Bob“ Lutz spielerisch zwischen Flachs und Ernst. Der letzte weltweite Exportschlager im US-Autobau sei das Modell T von Henry Ford 1908 gewesen, sagt Lutz und ruft hinterher: „Wir bauen den legitimen Nachfolger – und wir werden das Auto für die ganze Welt bauen.“
Auto für die ganze Welt? Das klingt recht hochgegriffen. Mitten in einer schweren Krise des bald 100-jährigen Traditionskonzerns versucht GM, mit einem betont sportlichen 160-PS-Mittelklassewagen zu punkten – der von einem Elektromotor angetrieben wird. Das Vehikel schafft gerade mal eine Strecke von maximal 65 Kilometern.
Für längere Fahrten muss beim „Volt“ zusätzlich ein Verbrennungsmotor eingeschaltet werden, der mit dem Bioethanol-Gemisch E85 betrieben werden soll. Doch GM knüpft große Erwartungen an das Projekt. Es soll nichts weniger als den Konzern vor dem drohenden Niedergang bewahren.
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