BörseDie Finanzprofis
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HANDELSBLATT, Freitag, 2. Mai 2008, 12:21 Uhr
E-Mail von der Wall Street

Mit Buffett zum Mars


An: warren.buffet@berkshire.com: Seit Monaten wartet die Finanzwelt gespannt darauf, wo Sie, lieber Warren Buffett, Ihre rund 40 Mrd. Dollar aus der Kriegskasse von Berkshire Hathaway investieren. Alle dachten, Sie würden in der vom Kreditsturm verwüsteten Finanzindustrie auf Schnäppchenjagd gehen. Denkste!


Sie setzen lieber auf Schokoriegel und Kaugummi statt auf Banken. Zwar hält sich ihr Beitrag zur Candy-Fusion zwischen Mars und Wrigley mit einem Investment von 6,5 Mrd. Dollar in einem überschaubaren Rahmen. Die Botschaft ist dennoch klar: Lieber in etwas investieren, dass man seit Jahren zwischen den Zähnen hat, als sich mit dubiosen Finanztitel den Magen verderben.

Wenn am Wochenende Zehntausende Ihrer Fans zur Aktionärsversammlung von Berkshire Hathaway nach Omaha strömen, werden Sie den Buffett-Jüngern wieder einmal ins Stammbuch schreiben: investiere nur in das, was Du auch verstehst. Solche Bauernweisheiten mögen vielen Finanzprofis an der Wall Street als Plattitüden erscheinen. Nachdem die Banker jedoch Milliarden damit versenkt haben, in komplexe Finanzprodukte zu investieren, die über ihren Verstand gingen, haben die Weisheiten des Orakels aus Omaha wieder Konjunktur in New York.

Wie groß die Unwissenheit in den Finanzhäusern der Wall Street war, zeigt ein Geständnis von Robert Rubin - immerhin ehemaliger US-Finanzminister und heute Spitzenmanager bei der Citigroup. Der Weltökonom räumt freimütig ein, dass er bis zur Finanzkrise noch nie etwas von "liquidity puts" gehört hatte. Mit diesen ominösen Finanzinstrumenten haben Banken das Geschäft mit den berüchtigten CDOs finanziert. Wer von dem Buchstabensalat verwirrt ist, muss sich nicht den Kopf zerbrechen. Bob Rubin geht es genauso. Und seine Bank hatte 25 Mrd. Dollar von dem Giftmüll in der Bilanz.

Auch andere Banken an der New Yorker Finanzmeile haben einen Crash-Kurs hinter sich. "Wir entdecken Ecken in unseren Kapitalmärkten, von deren Existenz wir keine Ahnung hatten", sagt Ethan Harris, Chefökonom bei der Investmentbank Lehman Brothers. Dass die Finanzprofis deshalb auf Warren Buffett hören und künftig mehr Kaugummi kauen und Mars-Riegel essen, darauf würde ich nicht wetten.


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UMFRAGE

Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

Ja, 200 Dollar sind durchaus realistisch.

Nein, der Ölpreis wird eher fallen und die 200-Dollar-Marke wird bis Ende 2009 nicht erreicht.

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv
INTRADAY CHARTS
Dax TecDax DowJones Nasdaq
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Continental 82,50 +4,17%
 Henkel 30,58 +3,42%
 Adidas AG 46,70 +2,64%
 E.ON 130,55 -0,46%
 Commerzbank 22,75 -4,01%
 Dt. Telekom 11,21 -5,96%
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