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HANDELSBLATT, Samstag, 10. Mai 2008, 12:19 Uhr
Ungewisse Woche

US-Börsen zwischen guten Abschlüssen und teurem Öl

Die Wall Street steht kommende Woche zwischen einem nachhaltigen Aufschwung und einer weiteren Destabilisierung. Eigentlich deuten die noch kommenden Zahlen der Bilanzsaision auf eine positive Entwicklung hin. Doch insbesondere die weiter steigenden Ölpreise könnten den Aufschwung gefährden.



Gute Geschäftsabschlüsse konnten die US-Wirtschaft nachhaltig stärken. Foto: dpa
Bild vergrößernGute Geschäftsabschlüsse konnten die US-Wirtschaft nachhaltig stärken. Foto: dpa

HB NEW YORK. Für die Börsenbarometer an der Wall Street rückt kommende Woche eine entscheidende Marke in greifbare Nähe, die auf einen Durchbruch der Märkte für ein nachhaltiges Plus hindeuten würde. Doch die explodierenden Ölpreise und die Ungewissheit über die Konjunkturentwicklung könnten den Anlegern noch einen Strich durch die Rechnung machen. So richtet sich der Blick der Investoren zum Ende der Bilanzsaison eben nicht nur auf die noch ausstehenden Zahlen großer Einzelhändler wie Wal-Mart und Macy's, sondern auch auf die Rohstoffpreise und einige zentrale Wirtschaftsdaten.

Obwohl die drei großen Börsenindizes die vergangene Woche im Minus beendeten, konnten sie doch immerhin ihre Kursgewinne vom April bewahren. Und so näherten sich der Dow-Jones- und der S&P-Index sowie die Technologiebörse Nasdaq der psychologisch wichtigen Schwelle, bei der die Kursbarometer ihren eigenen Schwankungsbereich der vergangenen 200 Tage übertreffen - ein klares Signal für echte Erholung.

„Das ist der Maßstab, mit dem die Leute den großen Trend bewerten“, sagte Bill Strazzullo von Bell Curve Trading in Boston. „Auf dem Aktienmarkt wird dem eine große Bedeutung zugemessen.“ Doch das Handelsvolumen während des jüngsten Aufschwungs seit dem Tief im März sei nicht gerade das größte gewesen. „Es gibt noch große Skepsis über diese Rally.“ Deshalb würden viele Anleger möglicherweise schon eher kleine Gewinne mitnehmen wollen, als die weitere Wirtschaftsentwicklung abzuwarten.

Der drastische Anstieg des Ölpreises in der vergangenen Woche auf über 126 Dollar je Barrel hat der Wall Street etwas den Schwung genommen. So schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Freitag auf Wochensicht 2,4 Prozent im Minus bei 12.745 Punkten, der breiter gefasste S&P 500 gab 1,8 Prozent auf 1 388 Zähler nach, und die Nasdaq verlor 1,3 Prozent auf 2 445 Stellen.

„Öl ist eine große Sache“, sagte Manny Weintraub von Integre Advisors in New York. Der hohe Ölpreis sei aber keine wirklich neue Nachricht. „Er bedeutet nur noch mehr schlechte Nachrichten für den Durchschnittsverbraucher.“

Wie sehr die saftigen Preise an den Zapfsäulen die Menschen zwischen New York und San Francisco zu Zurückhaltung in anderen Bereichen des Konsums veranlassen, dürfte am Dienstag aus den Zahlen des US-Handelsministeriums zum Einzelhandelsumsatz für April hervorgehen. Am selben Tag legt mit Wal-Mart zudem der weltgrößte Einzelhandelskonzern seine Quartalsergebnisse vor, gefolgt von den Kaufhausketten Macy's am Mittwoch sowie J.C. Penney und Nordstrom am Donnerstag.

Hinweise auf Inflationsrisiken und den Zustand der US-Konjunktur erhoffen sich die Börsianer dann vom Verbraucherpreis-Index CPI, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Am Freitag richten die Anleger schließlich ihren Blick auf die Daten zum Verbrauchervertrauen im Mai und den Wohnbaubeginnen im April. Die Zahlen könnten auch für Rückschlüsse auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank geben.


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

UMFRAGE

Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

Ja, 200 Dollar sind durchaus realistisch.

Nein, der Ölpreis wird eher fallen und die 200-Dollar-Marke wird bis Ende 2009 nicht erreicht.

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv
INTRADAY CHARTS
Dax TecDax DowJones Nasdaq
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Continental 82,50 +4,17%
 Henkel 30,58 +3,42%
 Adidas AG 46,70 +2,64%
 E.ON 130,55 -0,46%
 Commerzbank 22,75 -4,01%
 Dt. Telekom 11,21 -5,96%
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