| HANDELSBLATT, Montag, 21. Januar 2008, 17:54 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Marktbericht Börse Frankfurt | ||||||||||||||||||||||||
Dax-Absturz: „Rette sich, wer kann“ | ||||||||||||||||||||||||
Es war der größte Kurseinbruch seit den Anschlägen vom 11. September 2001: Innerhalb weniger Stunden fiel der Dax um mehr als sieben Prozent - zum Handelsschluss notierte er bei 6 790 Punkten. Händler sprachen von panikartigen Verkäufen: "Die Nerven liegen blank." Die Aussichten für den morgigen Tag sind nicht besser. | ||||||||||||||||||||||||
HB FRANKFURT. Angst vor den Folgen einer Rezession in den USA hat am Montag die Anleger in Europa erfasst. Der Dax stürzte bis Handelsschluss um 7,1 Prozent auf 6 790 Punkte ab. Das war der größte prozentuale Tagesverlust seit den Anschlägen vom 11. September 2001, als der Dax 8,5 Prozent verloren hatte. Einige Börsianer sprachen von einem "Schwarzen Montag". Noch am ersten Handelstag des neuen Jahres hatte der Dax 8 100 Punkte erreicht. "Rette sich, wer kann" heiße die Devise, fasste Helaba -Marktanalyst Mirko Pillep zusammen. "Alles wird rausgeworfen. Die Nerven liegen blank." ICF-Händler Dirk Müller erklärte, der Kurseinbruch habe crashartige Züge. Von einem Börsenkrach oder Crash mochten Händler aber generell noch nicht sprechen, da traditionell erst ein Kurssturz von über zehn Prozent als Crash gelte. Mit 409 Mill. gehandelten Aktien war das Handelsvolumen sogar noch höher als nach den Anschlägen am 11. September 2001. Der Umsatz belief sich auf 19 Mrd. Euro. Zum Vergleich: am vergangenen Montag wurden nicht einmal halb so viele Aktien gehandelt.
"Das ist wie ein Schneeballsystem. Fallende Kurse ziehen fallende Kurse nach sich", sagt Boris Boehm, Fondsmanager bei der Nordinvest. "Die Börse neigt zur Übertreibung - erst war die Gier, die die Kurse auf ein Rekordniveau getrieben hat, jetzt sehen wir die Angst", beschreibt Fondsmanager Dennis Nacken von Allianz Global Investors die Lage. Da die US-Börsen am Montag wegen eines Feiertages geschlossen bleiben, hätten viele Anleger Angst vor dem nächsten Tag, erklärte ein Händler. Wie Sie mit Zertifikaten auch in fallenden Märkten profitieren, lesen Sie alle 14 Tage im Zertifikate-Newsletter von Handelsblatt.com. Börsianer vermuten, dass vor allem die amerikanischen Investoren angesichts der Subprime-Krise die Flucht aus Europa angetreten sind. "Dafür spricht, dass der Euro mit den europäischen Indizes fällt", erklärt Pillep. Börsianer klagten, dass es kaum Käufer gebe. "Niemand hält dagegen, es sieht fast so aus, als wollte überhaupt niemand mehr Aktien haben", klagt ein Händler. "Keiner will in eine fallendes Messer greifen", sagte ICF-Händler Müller. Lesen Sie weiter auf Seite 2: Sichere Häfen gibt es nicht mehr | ||||||||||||||||||||||||
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