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22.06.2007 
Neues Gesetz

Blackstones Spießrutenlauf an die Börse

Trotz aller Querschüssen aus der Politik scheint ein Erfolg des Blackstone-Börsengangs unausweichlich. Darauf deutet zumindest der hohe Ausgabepreis der Aktien hin; am heutigen Freitag werden die Papiere zum ersten Mal gehandelt. Dabei sah es kurz vor Toresschluss gar nicht gut aus für den IPO des berüchtigten Finanzinvestors.

Der US-Kongress - im Hintergrund das Capitol - hat dem Finanzinvestor Blackstone seinen Börsengang nicht gerade einfach gemacht. Foto: apLupe

Der US-Kongress - im Hintergrund das Capitol - hat dem Finanzinvestor Blackstone seinen Börsengang nicht gerade einfach gemacht. Foto: ap

tor/HB NEW YORK/DÜSSELDORF. Die 133 Mill. Aktien sollen zum Stückpreis von 31 Dollar ausgegeben werden, wie Blackstone am Donnerstagabend mitteilte. Damit ist das obere Ende der angepeilten Preisspanne von 29 bis 31 Dollar erreicht. Wegen der hohen Nachfrage dürfen die den Börsengang begleitenden Banken zusätzliche 20 Mill. Aktien verkaufen. Der Börsengang hat damit ein Volumen von knapp 4,75 Mrd. Euro. Es ist der größte IPO in den USA seit 2002.

Blackstone-Chef Stephen Schwarzman dürfte mehr als froh über die gute Nachfrage nach den Aktien seines Unternehmens sein, wurde es auf den letzten Metern doch noch einmal eng. Monatelang hatte der Finanzmagnat den Börsengang seiner Firma bis ins Detail vorbereitet. 17 Investmentbanken begleiten die Neuemission. Mehrere PR-Agenturen sollten dafür sorgen, dass die Investoren den Börsenneuling mit offenen Armen empfangen. Und dann das: Eine Woche vor dem ersten Handelstag starten zwei US-Senatoren eine Gesetzesinitiative, die seitdem in Washington als „Blackstone-Steuer“ Furore macht. Dahinter verbirgt sich das wachsende Misstrauen nicht nur in der amerikanischen Öffentlichkeit gegenüber den bislang weitgehend im Verborgenen wirkenden privaten Finanzinvestoren.

Höhere Steuern

Statt wie bisher 15 Prozent soll Blackstone an der Börse bis zu 35 Prozent seiner Gewinne an den Fiskus abführen. Pflichtgemäß musste die Buy-out-Firma ihre potenziellen Anleger daran erinnern, dass die steuerpolitischen Querschüsse aus Washington die „Steuerlast erheblich erhöhen und den Wert der Anteile mindern könnten“. Experten halten langfristig einen Abschlag von bis zu 20 Prozent für möglich. In den nächsten fünf Jahren hat Blackstone vermutlich erst einmal Ruhe. Schafft das Steuervorhaben es bis ins Gesetzbuch, soll eine Karenzzeit bis 2012 gelten.

Noch am Donnerstagabend forderten Abgeordnete des Kongresses die US-Börsenaufsicht SEC auf, den Börsengang zu verschieben und zunächst eine Anhörung im Kongress abzuwarten. Die Öffentlichkeit und potenzielle Investoren würden durch den Börsengang neuen Unsicherheiten ausgesetzt, schrieb der demokratische Abgeordnete und Leiter des zuständigen Ausschusses, Henry Waxman, in einem Brief an SEC-Chef Christopher Cox. Mitunterzeichner des Briefs war auch der demokratische Abgeordnete Dennis Kucinich.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Anderer Finanzinvestor will nachziehen.

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