BörseRohstoffe + Devisen
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Donnerstag, 6. März 2008, 11:21 Uhr
Ölhungriges China

China rationiert schon das Benzin


Seit 2003 ist China hinter den USA größter Ölverbraucher der Erde. Und Chinas Ölbedarf ist noch lange nicht gestillt. Doch bei der uche nach neuen Bezugsquellen stößt das Riesenreich zunehmend auf Widerstand. Und auch die eigene staatliche Preiskontrolle wird zum Problem.


 Mehr zum Thema: Opec
Tabellen und Infografiken

Wohin die Opec-Ölströme fließen (10.03. 09:41)

Artikel

Konzerne wagen sich nicht ins Nigerdelta (06.03. 11:30)

Artikel

Venezuelas Drohungen verunsichern die Märkte (06.03. 08:41)

Zum Special ...



Die zunehmende Automobilisierung in China lässt den Ölbedarf drastisch steigen. Foto: Reuters
Bild vergrößernDie zunehmende Automobilisierung in China lässt den Ölbedarf drastisch steigen. Foto: Reuters

PEKING. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erwartet, dass sich die Nachfrage der Volksrepublik in den kommenden 25 Jahren verdoppeln wird. Bislang machen China sowie die süd- und südostasiatischen Staaten rund 17 Prozent der globalen Ölnachfrage aus. Bis 2030 wird dieser Anteil laut Opec auf 29 Prozent steigen.

Der wachsende Bedarf ist die Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs. So wird etwa die Zahl der Autos auf Chinas Straßen rasant zunehmen. Benzin und Diesel werden schon jetzt immer wieder zum raren Gut: Im vergangenen Jahr musste in vier Küstenprovinzen Kraftstoff rationiert werden.

Auch die Werkbank China braucht Öl. Ob für die Produktion von Textilien, von Plastik oder von Strom – hier ist Öl der Schmierstoff für Chinas Aufschwung. Um den steigenden Bedarf zu decken, hat Peking den Traum vom Selbstversorger längst aufgegeben und importiert immer mehr Rohöl. Experten rechnen damit, dass China im Jahr 2010 fast 200 Mill. Tonnen Rohöl einführen muss – dreimal so viel wie zehn Jahre zuvor.

Die Wachstumsdynamik müsste schon stark nachlassen, so Experten, um damit eine Korrektur beim Ölpreis am Weltmarkt nach unten auszulösen. Danach sieht es kaum aus. Auch wenn Peking versucht, das Wirtschaftswachstum zu drosseln, liegt es weiter im zweistelligen Bereich und damit über den Vorgaben der Regierung.

Chinas weltweite Suche nach neuen Ölquellen stößt dagegen zunehmend auf Widerstand: So werden Geschäfte mit Ländern wie Sudan, Iran und Myanmar heftig kritisiert. Mit Japan streitet Peking seit Jahren um Öl- und Gasvorkommen im Ostchinesischen Meer, wo 25 Mrd. Tonnen Rohöl vermutet werden.

Zunehmend zum Problem wird für China mit den steigenden Ölpreisen die eigene staatliche Preiskontrolle. Die Raffinerien des Landes können den gestiegenen Weltmarktpreis nicht an die Verbraucher weitergeben, da ihnen (billige) Verkaufspreise von Peking vorgeschrieben werden. Die Folge ist, dass Ölkonzerne Kapazitäten ungenutzt lassen und die Produktion gebremst wird, um keine Verluste einzufahren. Chinas Regierung sorgt sich aber wegen der ohnehin hohen Inflationsrate und hat darum die heimischen Ölpreisen zunächst weiter eingefroren.


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Schon wieder ein neuer Rekord beim US-Ölpreis(16.05. 17:40)
Artikel Eurokurs legt zu(16.05. 17:00)
Artikel Ölreserven reichen noch für 40 Jahre(06.05. 14:59)
Artikel Chinas Bedarf heizt Öl- und Gaspreise an (04.05. 14:31)
Artikel Investoren müssen mit volatilen Märkten rechnen (02.05. 13:00)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

MARKT-MONITOR


Auch Japan überraschend stark


Ein Hoffnungszeichen: Nach Deutschland veröffentlicht auch Japan überraschend starke Wachstumszahlen für das erste Quartal.

Von Frank Wiebe

BREAKINGVIEWS
Mehr ist nicht drin
British Airways hat im Geschäftsjahr 2007/08 mit einer Betriebsgewinnspanne von zehn Prozent den Heiligen Gral erreicht und nimmt die Dividendenzahlung wieder auf. Aber von nun an geht es bergab, dafür werden die galoppierenden Rohölpreise und widrige wirtschaftliche Aussichten sorgen. In diesem Zusammenhang sieht es klug aus, die Kapazitäten zu kürzen.
breakingviews
ZERTIFIKATE-NEWS

Börse in Tokio zeigt Stärke

 Alle Videos

DIE FINANZPROFIS

Experten beziehen Stellung zu aktuellen Börsen-Themen
Schweizer Geheimnisse


Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

UMFRAGE

Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

Ja, 200 Dollar sind durchaus realistisch.

Nein, der Ölpreis wird eher fallen und die 200-Dollar-Marke wird bis Ende 2009 nicht erreicht.

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv
INTRADAY CHARTS
Dax TecDax DowJones Nasdaq
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Continental 82,45 +4,10%
 Henkel 30,63 +3,58%
 TUI 18,04 +2,59%
 E.ON 130,55 -0,46%
 Commerzbank 22,61 -4,60%
 Dt. Telekom 11,21 -5,96%
ANALYSTENMEINUNG
ArtikelAktienanalysen des Tages
ArtikelWestLB hebt Hugo Boss auf „Add“
ArtikelMerrill Lynch hebt Ziel für Hochtief auf 87 Euro
Artikel Kunden-Info: Finanzanalysen in den dpa-AFX Diensten
BEST CLICKED STORIES
Die Leserfavoriten des Tages
» Hopp, Hopp, hurra!
» Obama nennt Reporterin „Schätzchen“
» Ex-Gewerkschafter greift bei der Bahn durch
» Bild: Hildebrand draußen, Adler dabei
» Gute Vorgaben für den Dax
Business Travel
BildergalerieDeutsch-Deutsches in Bildern
BildergalerieWas die Welt bewegte

 

Das Business Wetter für Europa,
Asien und die USA

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Handelsblatt Kurse

Termin- und Optionsmärkte finden Sie ab jetzt unter "Kurse und Charts".
Aktien im Fokus

Top-Gerüchte, -Fakten und Kursausschläge an der Börse. Täglich neu!
Volle Kontrolle

Kostenloses Depot: So behalten Sie Ihre Aktien stets im Blick.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick