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19.02.2008 
Genussmittel

Teure Bohnen, heißer Markt

von Dieter Classsen

Das ungestüme Anlegerinteresse treibt nicht nur die Preise für Weizen, Sojabohnen, Reis und Mais von Rekord zu Rekord. Auch die Genussmittel Kaffee und Kakao sind wieder zu einem Spekulationsobjekt geworden. Beflügelt wird die Phantasie der Investoren durch die „fundamentals“, das grundlegende Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

LONDON. An der New Yorker ICE, International Commodities Exchange, stieg der Preis für Kakao auf den höchsten Stand seit 24 Jahren, der für hochwertige Arabica-Kaffees zog auf ein Zehnjahreshoch an.

„Bei Kakao sind die Probleme der Elfenbeinküste die treibende Kraft hinter den fast ununterbrochenen Preissteigerungen der letzten Wochen“, sagt Sudakshina Unnikrishnan von Barclays Capital. Streiks an der dortigen Kaffee- und Kakaobörse, des bei weitem größten Kakaoexporteurs – 40 Prozent des Weltangebots –, hätten die Exporte des Landes erheblich beeinträchtigt. Außerdem habe es in den Hauptanbaugebieten seit über einem Monat nicht geregnet.

Zusätzliche Nahrung erhielt die Spekulation durch rückläufige Lieferungen Kameruns, des viertgrößten Kakaoexporteurs am Weltmarkt. Seit Jahresbeginn sind die Kakaopreise daher um fast ein Viertel gestiegen. „Das ist wohl eine der nachhaltigsten Preissteigerungen seit 20 Jahren“, meint ein Händler. Binnen Jahresfrist hat sich Kakao um gar 42 Prozent verteuert.

Für einen weiteren Anstieg des Kakaopreises sprechen nach Ansicht der Analysten der Londoner Brokerfirma Sucden auch die wachsenden Märkte in Mittel- und Osteuropa, wo zunehmend in die Kakaoverarbeitung investiert werde. Die größten Importeure von Kakaobohnen sind nach wie vor mit weitem Abstand die Niederlande, die USA und Deutschland.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Rolle der Spekulanten.

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