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28.04.2008 
Rohstoffe

Streik legt Pipeline lahm – Ölpreis steigt

Öl ist so teuer wie nie – und der Preis klettert weiter. Ein Barrel kostete heute fast 120 Dollar. Ein Streik in einer schottischen Raffinerie verschärft die Lage zusätzlich. Wirtschaftsforscher rechnen langfristig mit hohen Spritpreisen.

Die Raffinerie des Chemiekonzerns Ineos im schottischen Grangemouth wird bestreikt. Foto: dpaLupe

Die Raffinerie des Chemiekonzerns Ineos im schottischen Grangemouth wird bestreikt. Foto: dpa

HB NEW YORK. Der Ölpreis ist zu Wochenbeginn auf den Rekordwert von fast 120 Dollar gestiegen: Die Notierung für ein Barrel (159 Liter) erreichte am Montag an der New Yorker Rohstoffbörse zeitweise 119,93 Dollar. Zuvor war in Großbritannien eine Pipeline geschlossen worden, die britisches Nordseeöl zu den Raffinerien des Landes transportiert. Grund für die Schließung war ein Streik von Arbeitern einer Raffinerie in Schottland.

Die britische Regierung und die Regierung in Schottland warnten vor Panikkäufen an Tankstellen. Es gebe genug Kraftstoff, um diese Zeit zu überstehen, solange Autofahrer nicht plötzlich ihre Gewohnheiten änderten und mehr tankten als sonst, sagte Wirtschaftsminister Hutton BBC. Dennoch gab es Berichte von langen Warteschlangen und der Begrenzung von Abgabemengen an mehreren Tankstellen.

Die BP-Pipeline in Schottland hat eine Kapazität von 700 000 Barrel pro Tag und damit einen Anteil von 40 Prozent an der gesamten Produktion in Großbritannien. „Wir rechnen mit weiterhin hohen Preisen, aber jede Nachricht zu den Streiks wird den Preis im weiteren Tagesverlauf bewegen“, kommentiert ein Öl-Stratege die Situation.


» Bilderstrecke: Die Top-Ten der größten Ölfelder


Nach Angaben des Raffineriebetreibers Ineos werde es nach dem Ende des Streik zwei bis drei Wochen dauern, bis der Betrieb in der Ölraffinerie wieder normal laufe.

Auch im wichtigen Förderland Nigeria begannen Arbeiter des Ölkonzerns Exxon Mobil einen Streik. Zudem sprengte eine Rebellen-Gruppe einen Abschnitt einer Pipeline von Shell, wie die BBC am Wochenende berichtete. Dadurch sei etwa ein Viertel der offiziellen täglichen Produktion von 2,5 Millionen Barrel ausgefallen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: DIW: „Auf hohe Spritpreise einstellen“

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