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28.02.2008 
Colonial

Eine Kolonie für Dubai

von George Hay, breakingviews.com

Die Investment Corporation of Dubai setzt Inmobiliaria Colonial unter Druck. Nach einem Monat des Werbens hat der Staatsfonds des Emirats der angeschlagenen spanischen Immobiliengesellschaft ein knauseriges Angebot gemacht. Die Verhandlungsposition der Colonial-Aktionäre ist alles andere als großartig.

Colonial wurde zum traurigen Opfer einer gleich zweifach wirkenden Hebelkraft von Fremdkapital. Die Verwaltungsratsmitglieder hatten die Immobilienfirma bis oben hin mit Krediten beladen, um teure Akquisitionen zu einer Zeit vorzunehmen, als die Marktpreise ihre Spitze erreicht hatten. Als sich der Immobilienmarkt im vergangenen Jahr dann gedreht hatte, mussten die gleichen Manager einräumen, dass sie die Nachschusszahlungen für ihre fremdfinanzierten Mehrheitsbeteiligungen nicht leisten konnten. Nach diesem Doppelschlag verlor der Aktienkurs des Unternehmens um zwei Drittel.

Für Dubai sieht das zwölf Mrd. Euro schwere Portfolio von Colonial mit Büros in erstklassigen Lagen in Madrid, Barcelona und Paris wie eine relativ sichere Investition aus, deren Wert sich langfristig erhöhen dürfte. Besser noch: Der Staatsfonds hat jetzt die Gelegenheit, von der Notlage von Colonial zu profitieren, indem er die Immobilien zu einem Abschlag übernimmt.

Dubai lässt den Aktionären die Wahl: Entweder sie nehmen jetzt 1,85 Euro je Aktie in bar. Das entspricht weniger als einem Drittel ihres Vorjahreswerts von sechs Euro je Aktie und stellt einen nur leichten Aufschlag von 8,8 Prozent gegenüber dem Aktienkurs vom Dienstag dieser Woche dar. Oder sie akzeptieren eine Nullkuponanleihe, die in viereinhalb Jahren 2,25 Euro je Aktie abwirft.

Keine der Optionen ist sonderlich verlockend, aber das spielt keine Rolle, wenn man unverzüglich Kredite zurückzahlen muss. Die Aktionäre versuchen, Zeit zu schinden und auf einem höheren Preis zu bestehen. Aber Dubai hat den maßgeblichen Aktionären nur bis Freitag Zeit gegeben, die Offerte anzunehmen. Die Kaltschnäuzigkeit dieser Taktik lässt vermuten, dass Staatsfonds vielleicht doch gar nicht so leichtfertig mit ihrem Geld umgehen wie gerne behauptet wird.

For further commentary see:
breakingviews.com
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