| HANDELSBLATT, Mittwoch, 7. Mai 2008, 13:11 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Internationale Banken | ||||||||||||||||||||||||
Ranglisten-Hüpfer | ||||||||||||||||||||||||
Von John Foley, breakingviews.com | ||||||||||||||||||||||||
Standard Chartered hat einen Platz an der Sonne gewonnen. Die britische Bank soll angeblich als einer der Hauptberater und maßgeblichen Finanziers von Bharti Airtel fungieren. Die indische Mobilfunkgruppe ist in Verhandlungen mit der südafrikanischen Konkurrentin MTN über einen möglichen Zusammenschluss eingetreten. Zwar war StanChart schon früher an anderen großen Deals beteiligt, so hat sie etwa den Kauf von Corus durch Tata finanziert. Aber eine Beraterrolle bei einer Übernahme über 37 Mrd. Dollar wäre ein echter Coup – und könnte den Anfang einer Glückssträhne für das Kreditinstitut mit Schwerpunkt Asien markieren. Dies sieht ganz nach einem Zeichen unserer Zeit aus. Während die M&A-Banker in Europa Däumchen drehen, stürmen die Emerging Markets vorwärts - gemessen am Wert sind die Abschlüsse im bisherigen Jahresverlauf gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gestiegen, berichtet Dealogic. Und Familienunternehmen mit Liquidität im Überfluss wie Bharti, Tata und Reliance schätzen Beziehungen, die schon lange bestehen. StanChart, die seit 150 Jahren in Indien präsent ist, hat hier einen klaren Vorsprung vor größeren US-Banken, von denen viele dort erst in den vergangenen beiden Jahren hundertprozentige Töchter eingerichtet haben. Ein Beraterauftrag für Bharti bei der mit 37 Mrd. Dollar veranschlagten Transaktion mit MTN würde StanChart in diesem Jahr in die Liga der ersten zehn M&A-Berater in den aufstrebenden Märkten katapultieren. Aber die Konkurrenz wird immer erbitterter. Da sie diese Verlagerung vorausgesehen haben, haben die wichtigsten Banken in Scharen Mitarbeiter in Regionen wie Indien, China und den Golf entsandt. Und ein indischer Käufer einer amerikanischen Gesellschaft wird es wahrscheinlich vorziehen, wenn er Goldman oder Citigroup auf seiner Seite statt gegen sich hat. Doch eine Hauptrolle im heißesten Deal des Jahres in den Emerging Markets zu spielen, sollte StanChart reichen, um auch noch einige andere gepfefferte Mandate an Land zu ziehen. | ||||||||||||||||||||||||
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