Börsebreakingviews
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Mittwoch, 7. Mai 2008, 19:59 Uhr
Der Griff nach den Sternen

Für die Ölpreisprognose ist keine Zahl zu hoch

Von Edward Hadas, breakingviews.com

Rohöl nähert sich der Grenze von 150 Dollar pro Barrel. Nein, eher der 200-Dollar-Grenze. Die Zeit für abenteuerliche und verrückte Prognosen auf den Rohstoffmärkten ist günstig. Und warum auch nicht? Ein Zusammenhang zwischen Produktionskosten und Marktpreisen besteht schon nicht mehr. Auf der anderen Seite steigt das Ölangebot etwas zu langsam, um auch nur mit einem moderaten Nachfrageanstieg Schritt zu halten, auch nicht, wenn dieser Marktengpass vielleicht durch den Aufbau spekulativer Ölreserven begünstigt wurde.

Es sieht ganz danach aus, als ob der Anstieg der Rohstoffpreise allein dadurch begrenzt wird, was die Konsumenten sich noch leisten können. Aber gegenwärtig stehen die Geldhähne für die Öleinkäufer noch weit offen. Damit könnte Goldman Sachs, die erste große Investmentbank, die einen Ölpreis von 100 Dollar prognostizierte, auch mit ihrer jüngsten Prognose von 200 Dollar pro Barrel recht behalten. Bietet jemand 1 000?

Allerdings könnte die Goldmann-Prognose sich auch als zu enthusiastisch erweisen, wie so viele andere Vorhersagen in Bullenmärkten. Die Zahl der Bohrplattformen, ein Vorbote für die zu erwartende Ölproduktion, liegt auf einem Allzeithoch. Das Wirtschaftswachstum schwächt sich ab. Und selbst wenn die höheren Inflationsraten bleiben, wird die Politik des leichten Geldes den Ölpreis nicht dauerhaft auf einem Niveau halten können, das so deutlich über den Produktionskosten liegt.

Auch optimistische Experten sind sich einig, dass der Preis fallen wird, allerdings steigen ihre Preisvorhersagen für die Zeit nach der Ölpreisblase. Goldman hob erst vor Kurzem seine Prognose für 2012 von 60 auf 75 Dollar an. Die Schätzung wirkt nach heutigen Begriffen vorsichtig, aber dramatische Richtungswechsel an den Märkten sind keine Seltenheit. Der Ölpreis könnte noch weitaus stärker und deutlich schneller fallen.

Einmal angenommen, Öl fällt in den nächsten Jahren unter die Grenze von 40 Dollar, werden Preisprognosen Schlagzeilen machen, die sich auf die Analysen von Experten stützen, die in ihren Modellen eindeutig vorrechnen, warum ein Ölpreis von 25 Dollar unvermeidlich ist. Natürlich werden diese Rohstoffexperten dann kaum noch unter Investmentbankern zu suchen sein.

For further commentary see: breakingviews.com

WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Mehr ist nicht drin(16.05. 16:39)
Artikel Wer bringt es ihnen bei?(16.05. 14:33)
Artikel Sinatra oder Clooney?(16.05. 12:57)
Artikel Blaues Auge (16.05. 09:30)
Artikel Ratlosigkeit in Paris(15.05. 18:35)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

MARKT-MONITOR


Auch Japan überraschend stark


Ein Hoffnungszeichen: Nach Deutschland veröffentlicht auch Japan überraschend starke Wachstumszahlen für das erste Quartal.

Von Frank Wiebe

BREAKINGVIEWS
Mehr ist nicht drin
British Airways hat im Geschäftsjahr 2007/08 mit einer Betriebsgewinnspanne von zehn Prozent den Heiligen Gral erreicht und nimmt die Dividendenzahlung wieder auf. Aber von nun an geht es bergab, dafür werden die galoppierenden Rohölpreise und widrige wirtschaftliche Aussichten sorgen. In diesem Zusammenhang sieht es klug aus, die Kapazitäten zu kürzen.
breakingviews
ZERTIFIKATE-NEWS

Börse in Tokio zeigt Stärke

 Alle Videos

DIE FINANZPROFIS

Experten beziehen Stellung zu aktuellen Börsen-Themen
Schweizer Geheimnisse


Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

UMFRAGE

Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

Ja, 200 Dollar sind durchaus realistisch.

Nein, der Ölpreis wird eher fallen und die 200-Dollar-Marke wird bis Ende 2009 nicht erreicht.

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv
INTRADAY CHARTS
Dax TecDax DowJones Nasdaq
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Continental 82,50 +4,17%
 Henkel 30,58 +3,42%
 Adidas AG 46,70 +2,64%
 E.ON 130,55 -0,46%
 Commerzbank 22,75 -4,01%
 Dt. Telekom 11,21 -5,96%
ANALYSTENMEINUNG
ArtikelAktienanalysen des Tages
Artikel Analye: Ölpreis steigt im zweiten Halbjahr 2008 auf 141 Dollar
Artikel dpa-AFX Überblick: Analysten-Einstufungen in der Woche vom 12.5. bis 16.5.2008
Artikel dpa-AFX Überblick: Analysten-Einstufungen vom 16.05.2008
BEST CLICKED STORIES
Die Leserfavoriten des Tages
» Dax-Ausblick: Sonnenschein über der Börse
» Citigroup erwägt Verkauf der Citibank
» Ford plant milliardenschweren Wertpapierverkauf
» Schon wieder ein neuer Rekord beim US-Ölpreis
» AGG-Hopper scheitern vor Gericht
Business Travel
ArtikelLöw schockt Hildebrand
ArtikelMarko Marin "muss alles erst einmal verarbeiten"

 

Das Business Wetter für Europa,
Asien und die USA

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Aktien im Fokus

Top-Gerüchte, -Fakten und Kursausschläge an der Börse. Täglich neu!
Volle Kontrolle

Kostenloses Depot: So behalten Sie Ihre Aktien stets im Blick.
Rohstoff-Monopoly

Wo die wichtigsten Rohstoffe gefördert werden und wer sie verkauft.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick