| HANDELSBLATT, Donnerstag, 8. Mai 2008, 14:14 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Morgan Stanley | ||||||||||||||||||||||||
Wer A sagt, muss auch B sagen | ||||||||||||||||||||||||
Von Jeffrey Goldfarb, breakingviews.com | ||||||||||||||||||||||||
Der Chef von Morgan Stanley, John Mack, hat das Konzept des antizyklischen Investierens auf eine neue Ebene gehoben. Diese Strategie hatte er Anfang des vergangenen Jahres eingeleitet, als die Bank einen Private-Equity-Fonds über sechs Mrd. Dollar einzurichten begann. Damit stellte sich Morgan Stanley gegen den Trend, denn die meisten Banken hatten es schon aufgegeben, sich mit eigenen Fonds bei Übernahmen zu engagieren. Unter dem Vorgänger von Mack war Morgan Stanley selbst schon vier Jahre zuvor aus diesem Geschäft ausgestiegen. Um zu zeigen, wie ernst es ihr mit einem starken Comeback ist, hat die Investmentbank einen ihrer führenden europäischen Banker dazu auserkoren, den Fonds mit zu leiten. Zudem wurde der ehemalige Managing Partner des europäischen Private-Equity-Bereichs von Lazard angeworben. Morgan Stanley hatte zwei Mrd. Dollar aus der eigenen Bilanz in den Fonds gesteckt, bevor happige Abschreibungen auf Not leidende Hypotheken die Bank dazu zwangen, bei der China Investment Corp neue Mittel über fünf Mrd. Dollar einzusammeln. Morgan Stanley Private Equity allerdings stürmte weiter. Der Fonds hatte gegen Ende des vergangenen Jahres mit seinen Investitionen begonnen und für 310 Mill. Dollar einen kleinen Lebensmittelhändler übernommen – eine harte Nuss in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Nun schwimmt Morgan Stanley schon wieder gegen den Strom. Während die meisten Banken Personal an die Beteiligungsgesellschaften verlieren, hat die Investmentbank Führungskräfte von den Übernahmefirmen Permira und Apax Partners abgeworben. Die Neueinstellungen sind ein weiterer Beweis dafür, dass Morgan Stanley alles daran setzt, das erfolgreiche Principal Investment-Modell von Goldman Sachs, bei dem die Investmentbanken auf eigene Rechnung arbeiten, zu kopieren – komme, was wolle. Der Fonds konzentriert sich auf das mittlere Marktsegment – und dort wird es rasch immer enger. Er plant zudem, mit anderen gemeinsam zu investieren – zu einer Zeit, zu der Eigenkapital das Letzte ist, was die meisten Buyout-Firmen brauchen, die an akuter Kreditknappheit leiden. Der Fonds hat kein Interesse an Not leidenden Krediten oder an Minderheitsbeteiligungen an börsennotierten Gesellschaften, wie dies in der Private-Equity-Branche neuerdings Mode ist. Aber Morgan Stanley ist schon weit über den Punkt hinaus, an dem gängige Weisheiten greifen. Deshalb kann die Bank genau so gut weiter gegen den Strom schwimmen. | ||||||||||||||||||||||||
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