Börsebreakingviews
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Freitag, 9. Mai 2008, 13:15 Uhr
AIG

So klar wie dicke Tinte

Von Richard Beales, breakingviews.com

AIG sammelt neues Kapital über sage und schreibe 12,5 Mrd. Dollar ein, was darauf schließen lässt, dass sich ein großer Teil des Nettoverlusts der Versicherungsgesellschaft über 7,8 Mrd. Dollar im ersten Quartal als real herausstellen könnte. Aber es fällt schwer, die Kapitalerhöhung mit einigen anderen Worten und Taten der Versicherung in Einklang zu bringen. Vielleicht wird die Unternehmensleitung ja im Lauf des Tages bei einer Telefonkonferenz noch für eine Erleuchtung der Investoren sorgen.

Der eigentliche Grund für das miserable Quartal ist in ihrer früher sehr erfolgreichen Abteilung für Finanzprodukte zu suchen. Der Bereich verbuchte kreditversicherungsähnliche, nicht realisierte Verluste auf Credit Default Swaps, also auf Kreditderivate zum Handeln von Ausfallrisiken von Krediten und Anleihen, über 9,1 Mrd. Dollar. Solche Einbußen können sich umkehren, wenn sich die Marktbedingungen verbessern. Aber eine ursprüngliche Kapitalerhöhung über 7,5 Mrd. Dollar, die bereits eingeleitet worden ist, lässt darauf schließen, dass das Unternehmen keine allzu großen Hoffnungen in eine schnelle Kehrtwende setzt.

Vor diesem Hintergrund erscheint es umso überraschender, dass die Versicherung im ersten Quartal Aktienrückkäufe über zwei Mrd. Dollar vorgenommen hat – und später noch weitere, denen jetzt in absehbarer Zukunft allerdings keine mehr folgen dürften. Und eine Dividendenanhebung um zehn Prozent ist ein seltsamer Schritt für ein Unternehmen, das versucht, Kapital zu bewahren. Vielleicht hofft das Management darauf, damit den Aktienkurs während der Kapitalerhöhung stützen zu können.

Oder die Firma ist möglicherweise der Ansicht, dass die Probleme einem Geschäftszweig entstammen, nämlich der Abteilung für Finanzdienstleistungen, der nicht mehr länger dem Kernbereich zugerechnet wird. Das wäre eine Möglichkeit, die Erklärung von AIG zu deuten, in der es heißt, dass die Probleme das Ergebnis „widriger externer Umstände“ sind, aber dass die „operativen Strategien in unseren zum Kernbereich gehörenden Versicherungsgeschäften gut funktionieren“.

Dann ist ja alles in Ordnung.

For further commentary see: breakingviews.com

WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Mehr ist nicht drin(16.05. 16:39)
Artikel Wer bringt es ihnen bei?(16.05. 14:33)
Artikel Sinatra oder Clooney?(16.05. 12:57)
Artikel Blaues Auge (16.05. 09:30)
Artikel Ratlosigkeit in Paris(15.05. 18:35)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

MARKT-MONITOR


Auch Japan überraschend stark


Ein Hoffnungszeichen: Nach Deutschland veröffentlicht auch Japan überraschend starke Wachstumszahlen für das erste Quartal.

Von Frank Wiebe

BREAKINGVIEWS
Mehr ist nicht drin
British Airways hat im Geschäftsjahr 2007/08 mit einer Betriebsgewinnspanne von zehn Prozent den Heiligen Gral erreicht und nimmt die Dividendenzahlung wieder auf. Aber von nun an geht es bergab, dafür werden die galoppierenden Rohölpreise und widrige wirtschaftliche Aussichten sorgen. In diesem Zusammenhang sieht es klug aus, die Kapazitäten zu kürzen.
breakingviews
ZERTIFIKATE-NEWS

Börse in Tokio zeigt Stärke

 Alle Videos

DIE FINANZPROFIS

Experten beziehen Stellung zu aktuellen Börsen-Themen
Schweizer Geheimnisse


Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

UMFRAGE

Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

Ja, 200 Dollar sind durchaus realistisch.

Nein, der Ölpreis wird eher fallen und die 200-Dollar-Marke wird bis Ende 2009 nicht erreicht.

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv
INTRADAY CHARTS
Dax TecDax DowJones Nasdaq
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Continental 82,50 +4,17%
 Henkel 30,58 +3,42%
 Adidas AG 46,70 +2,64%
 E.ON 130,55 -0,46%
 Commerzbank 22,75 -4,01%
 Dt. Telekom 11,21 -5,96%
ANALYSTENMEINUNG
ArtikelAktienanalysen des Tages
Artikel Analye: Ölpreis steigt im zweiten Halbjahr 2008 auf 141 Dollar
Artikel dpa-AFX Überblick: Analysten-Einstufungen in der Woche vom 12.5. bis 16.5.2008
Artikel dpa-AFX Überblick: Analysten-Einstufungen vom 16.05.2008
BEST CLICKED STORIES
Die Leserfavoriten des Tages
» Dax-Ausblick: Sonnenschein über der Börse
» Citigroup erwägt Verkauf der Citibank
» Ford plant milliardenschweren Wertpapierverkauf
» AGG-Hopper scheitern vor Gericht
» Schon wieder ein neuer Rekord beim US-Ölpreis
Business Travel
ArtikelLöw schockt Hildebrand
ArtikelMarko Marin "muss alles erst einmal verarbeiten"

 

Das Business Wetter für Europa,
Asien und die USA

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Aktien im Fokus

Top-Gerüchte, -Fakten und Kursausschläge an der Börse. Täglich neu!
Volle Kontrolle

Kostenloses Depot: So behalten Sie Ihre Aktien stets im Blick.
Rohstoff-Monopoly

Wo die wichtigsten Rohstoffe gefördert werden und wer sie verkauft.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick