Börsebreakingviews
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Montag, 12. Mai 2008, 13:54 Uhr
City-Boni

Ohne Bonus

Von Jeffrey Goldfarb, breakingviews.com

Bei den Auszahlungen in der Londoner City führen die Investmentbanker seit 2002 gegenüber den Gewinnen der Investoren mit zehn zu eins. Damit ist klar, wer in einer Hausse die größte Beute macht. Aber wenn sich ein prognostizierter Rückgang des Bonuspools in der City um 40 Prozent als zutreffend erweist und sich die Bankenaktien stabilisieren, wird sich der Abstand beträchtlich verringern – wenn auch nur für eine gewisse Zeit.


Es ist besser, ein Investmentbanker als ein Bankeninvestor zu sein – zumindest wenn man die Sparbücher vergleicht. In den sechs Jahren seit dem letzten Abschwung sind die Boni in der Londoner City um 86 Prozent bzw. um 13,3 Prozent jährlich geklettert, berichtet die Beratungsgesellschaft Centre for Economics and Business Research (CEBR). Die Kurse von Bankaktien dagegen erzielten in demselben Zeitraum zusammengenommen einen Jahreszuwachs um gerade einmal 1,3 Prozent, wenn man als Maßstab den FTSE-Index für global arbeitende Banken nimmt, der Citigroup, Deutsche Bank und UBS umfasst. Aber es könnte noch ein gewisser Ausgleich erzielt werden.

Das CEBR geht nämlich für das kommende Jahr von einem Rückgang im Bonus-Pool der City um 40 Prozent auf 5,1 Mrd. Pfund Sterling aus. Damit würde die Verringerung prozentual mehr als doppelt so hoch ausfallen wie nach dem Platzen der spekulativen Internet-Blase. Aber wenn sich die Prognose als richtig erweist, dann würde die Wachstumsrate bei den Gehaltszuschlägen für die Banker seit 2002 auf 1,8 Prozent absacken. Wenn sich die Bankaktien im weiteren Jahresverlauf auf ihrem derzeitigen Niveau halten können, dann würde sich die Kluft zwischen Kapital und Arbeit beträchtlich verringern.

Natürlich sind die angewandten Maßstäbe ein wenig grob. Sie berücksichtigen weder die Dividenden, die im genannten Zeitraum an die Aktionäre ausgeschüttet worden sind, noch die 41 Mrd. Pfund, die in die Taschen der an den Deals Beteiligten und ihrer Kollegen aus dem Finanzdienstleistungsbereich gewandert sind. Und doch können sich die Investoren - die unter dem unfehlbaren Zahlungsmodus für die Banker leiden, der da lautet: „Kopf und wir gewinnen, Zahl und ihr verliert“, - ein bisschen damit trösten, dass sich die Wettbewerbsbedingungen etwas fairer gestalten dürften.

Aber wenn das CEBR auch mit seinen weiteren Vorhersagen Recht behält, werden schon bald die Banker wieder die besseren Karten in der Hand halten. Die Beratungsgesellschaft rechnet damit, dass der Bonuspool der City 2011 mit neun Mrd. Pfund – das entspricht einer Zuwachsrate um 21,2 Prozent in den kommenden vier Jahren – einen neuen Rekord markieren wird. Es ist möglich, dass die Aktionäre gleichermaßen gestärkt aus der gegenwärtigen Krise auftauchen werden. Aber wenn man der Geschichte glauben darf, werden sich wieder die Banker den Löwenanteil der Beute sichern.

For further commentary see: breakingviews.com

WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Air France enttäuscht zu einer schlechten Zeit(22.05. 18:40)
Artikel Kostspielige Verteidigung(22.05. 14:03)
Artikel Kabelkreuzung(22.05. 13:48)
Artikel Heiße Steine(21.05. 17:05)
Artikel Mit Gold gepflastert (21.05. 13:55)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

BREAKINGVIEWS
Air France enttäuscht zu einer schlechten Zeit
Air France-KLM: Air France KLM hat sich eine schlechte Zeit ausgesucht, um zu enttäuschen. Die Fluglinie kündigte Gewinne unterhalb der Erwartungen an, einen Tag, nachdem American-Airlines-Chef Gerard Arpey vor einem „Armageddon“ in der Luftfahrtbranche warnte.
breakingviews
ZERTIFIKATE-NEWS

Letzte Chancen auf steuerfreie Gewinne

 Alle Videos

DIE FINANZPROFIS

Experten beziehen Stellung zu aktuellen Börsen-Themen
Mittelstand aufgepasst


Der Mittelstand und die „gehobenen“ Privatleute waren schon vor der Finanzkrise die beliebtesten Kunden der Banken. Und nach der Finanzkrise dürfte das Gedränge in diesen Marktnischen eher noch größer werden.

Frank Wiebe

UMFRAGE

Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs prognostiziert einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren von derzeit rund 125 auf bis zu 200 Dollar. Was ist Ihre Meinung?

Ja, 200 Dollar sind durchaus realistisch.

Nein, der Ölpreis wird eher fallen und die 200-Dollar-Marke wird bis Ende 2009 nicht erreicht.

 
 Umfrageergebnis
 Umfragearchiv
INTRADAY CHARTS
Dax TecDax DowJones Nasdaq
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Infineon 6,610 +5,09%
 Commerzbank 22,37 +3,37%
 Fresenius 35,28 +2,83%
 Lufthansa 15,850 -1,49%
 Dt. Börse 95,75 -3,72%
 Allianz 120,00 -3,81%
ANALYSTENMEINUNG
ArtikelAktienanalysen des Tages
ArtikelMorgan Stanley hebt BMW von „Underweight“ auf „Overweight“
ArtikelMerrill Lynch senkt Alcoa auf „Neutral“
ArtikelMorgan Stanley senkt VW von „Overweight“ auf „Underweight“
BEST CLICKED STORIES
Die Leserfavoriten des Tages
» Ölpreis-Rekord verhagelt Dax die Stimmung
» „Die Nachfrage treibt den Preis“
» Ölpreis überspringt Marke von 135 Dollar
» Karmann bekommt Auftrag für Golf Cabrio nicht
» Rost \"n\" Roll
Business Travel
BildergalerieDeutsch-Deutsches in Bildern
BildergalerieWas die Welt bewegte

 

Das Business Wetter für Europa,
Asien und die USA

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Aktien im Fokus

Top-Gerüchte, -Fakten und Kursausschläge an der Börse. Täglich neu!
Volle Kontrolle

Kostenloses Depot: So behalten Sie Ihre Aktien stets im Blick.
Rohstoff-Monopoly

Wo die wichtigsten Rohstoffe gefördert werden und wer sie verkauft.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick