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16.05.2008 
Blackstone

Blaues Auge

von Lauren Silva, breakingviews.com

Blackstone mag gleich in mehrfacher Hinsicht seinen Flirt mit den öffentlichen Kapitalmärkten verwünschen. Das Private-Equity-Unternehmen hat für das erste Quartal einen Nettoverlust ausgewiesen. Die Aktien der Firma liegen um fast 40 Prozent unter dem Ausgabekurs. Es ist schon unangenehm genug, eine Abreibung von unzufriedenen Investoren zu bekommen. Jetzt hat aber auch noch der Kapitalmarkt zugeschlagen und Steve Schwarzmans Gesellschaft dazu gezwungen, den Wert einer Minderheitsbeteiligung an einer notierten Gesellschaft nach unten zu korrigieren.

Es geht im Besonderen um eine Investition in die Deutsche Telekom, die abgeschrieben werden musste und so zu einem negativen Ergebnisbeitrag aus Beteiligungen geführt hat. Blackstone hatte im April 2006 rund 2,7 Mrd. Euro in die Telekomgesellschaft gesteckt und einen Anteil von 4,5 Prozent übernommen. Im Lauf des Quartals war der Kurs der Telekom-Aktie um 30 Prozent gesunken. Aufgrund dieser Investition sank das wirtschaftliche Nettoergebnis – das Lieblingsbarometer der Private-Equity-Firma für die Bemessung ihrer Ergebnisse, - um rund fünf cts je Anteil, sagte Blackstone-Präsident Tony James.

Das Unternehmen wendet unterschiedliche Methoden an, um ihre außerbörslichen Portfolio-Unternehmen zu bewerten, so etwa die Vergleiche von Vielfachen und den Discounted Cash Flow. Diese Vorgehensweise kann dazu führen, dass die Bewertungen der Portfolio-Gesellschaften von Quartal zu Quartal stark schwanken. Aber da mehrere Methoden angewandt werden, sind die Preise generell stabiler und der Ansatz gewährt einen längerfristigen Bewertungseinblick.

Die Telekom-Investition musste Blackstone allerdings zu Kapitalmarktkursen bewerten. Die Ergebnisse der Beteiligungsgesellschaft sind also teilweise den Launen der Märkte ausgeliefert. Natürlich können aus diesen Verlusten ganz schnell auch wieder Gewinne werden. So betont Blackstone denn auch, die Betriebsergebnisse der Deutschen Telekom seinen immer noch stark. Aber vorerst gibt der Flirt der Übernahmefirma mit den öffentlichen Kapitalmärkten nur Anlass zu Unannehmlichkeiten.

For further commentary see:
breakingviews.com
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