0 Bewertungen
13.11.2007 
EU-Untersuchungsbericht

Billig-Fliegern droht Ärger im Internet

Viele Fluggäste ärgern sich über irreführende Köderangebote auf den Webseiten von Billig-Fluglinien wie Ryanair. Sie kritisieren die Nennung von Ticketpreisen ohne sonstige Gebühren. Die EU will dieser Praxis nun einen Riegel vorschieben und droht in einem Untersuchungsbericht mit drastischen Schritten.

Die EU-Kommission will die Billigflieger zu mehr Transparenz im Internet bringen. Foto: dpaLupe

Die EU-Kommission will die Billigflieger zu mehr Transparenz im Internet bringen. Foto: dpa

HB BRÜSSEL. Die EU wirft jeder zweiten Fluggesellschaft in Europa vor, die Verbraucher beim Ticketverkauf im Internet in die Irre zu führen. Falls die Fluglinien die von der EU bemängelten Probleme nicht beheben, könnten sie im kommenden Jahr zur Schließung ihrer Internetseiten gezwungen werden, heißt es in einem Untersuchungsbericht, der der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlag. Die Ergebnisse sollen am Mittwoch offiziell vorgestellt werden. In dem Bericht werden die gerügten Fluglinien nicht namentlich genannt - dies soll erst in vier Monaten geschehen. Allerdings erfuhr Reuters, dass Europas größte Billig-Fluglinie Ryanair darunter ist.

Die EU beklagt etwa, dass viele Fluglinien zunächst im Internet den Ticketpreis ohne Flughafengebühren und andere Gebühren nennen. Zudem seien beworbene Sonderangebote oftmals nicht verfügbar. Viele Verbraucher kauften auch unabsichtlich Versicherungen und andere Sonderleistungen, weil auf vielen Webseiten entsprechende Kästchen zunächst automatisch angekreuzt seien. Zudem seien die Vertragsbedingungen - etwa die Möglichkeiten für nachträgliche Änderungen - oftmals nur spärlich oder in einigen Sprachen gar nicht aufzufinden.

"Die Firmen werden von den Behörden dazu aufgefordert werden, die Inhalte innerhalb von vier Monaten klarzustellen oder ihre Praxis zu ändern“, heißt es in dem Bericht. Andernfalls drohten Strafzahlungen oder eine Schließung der Internetseiten. Ryanair erklärte, bislang noch nicht von der EU-Kommission angesprochen worden zu sein. Die Billigfluglinie forderte die EU aber dazu auf, ihre Untersuchung auf die „unfairen“ Benzinpreiszuschläge von Konkurrenten wie der Lufthansa, British Airways und Air France KLM auszuweiten. Diese Fluggesellschaften hätten allesamt bestätigt, dass sie sich rechtzeitig gegen einen Ölpreisanstieg abgesichert hätten und deshalb oft deutlich weniger als die derzeitigen Preise für Kerosin bezahlten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

Bildergalerien

 

zurück  vor
  • Science Fiction in der Wü...

    Science Fiction in der Wüste

    Megaprojekte in Dubai und den anderen Wüstenemiraten sorgen weltweit für Aufsehen. Einzigartig ist die bereits bezogene künstliche Palmeninsel Jumeirah. Doch die Emirate übertrumpfen sich weiter selbst. Die neusten Pläne klingen nach purer Science Fiction. Bildergalerie 

  • Von Alterpräsidenten, Par...

    Von Alterpräsidenten, Party-Königen und Auslaufmodellen

    Wer beim Turnier in Österreich und der Schweiz die Gewinner und Verlierer jenseits des sportlichen Abschneidens waren – eine etwas andere Nachlese zur Fußball-Europameisterschaft 2008.Bildergalerie 

  • Topmodels und Teletubbies

    Topmodels und Teletubbies

    Die Wahrheit liegt neben dem Platz: Eine Fußball-Europameisterschaft ist nicht nur eine Messe für die wichtigsten Fußball-Trends – sie verrät auch viel über die stilistischen Entwicklungen der Branche. Die wichtigsten Erkenntnisse des gerade zu Ende gegangenen Turniers...Bildergalerie 

  • WM 2010: Aspirin und Ping...

    WM 2010: Aspirin und Pingpong

    Nach der Bergtour die Safari: Ein satirischer Ausblick auf das DFB-Team bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.Bildergalerie