Sie folgen damit den Vorstellungen ihrer Klientel, denn die teilt den Standpunkt des Hoteliers Ritter, wonach „kostenfreies Internet ein Service ist, der unbedingt zur Standard-Zimmerausstattung dazu gehört.“
Derzeit ziert sich die Branche freilich noch. Schuld an teils überteuerten Internet-Gebühren seien vor allem langfristige Knebelverträge mit den auf Hotels spezialisierten Anbietern wie der Swisscom, heißt es. Maritim-Vertriebsdirektor Alfred Diem argumentiert, man wolle die Kosten nicht auf die Zimmerpreise aufschlagen – und damit Urlauber unter den Gästen mit Kosten für einen Service belasten, den sie gar nicht nutzen. Ebenfalls beliebt ist das Argument, dass ja auch das Hotel Einrichtung und Betrieb des System bezahlen müsse. Dazu eine Maritim-Sprecherin: „Die Alternative, nämlich diese Kosten auf alle Maritim-Kunden umzulegen, ziehen wir zur Zeit nicht in Betracht.“
Rezidor dagegen rechnet anders: „Im ersten Betriebsjahr war der Extraservice natürlich ein Give away, das Kosten bedeutet hat“, berichtet Ritter. Inzwischen aber habe sich „alles amortisiert und wir bekommen hervorragendes Feedback unserer Gäste“. Vor allem aber habe Rezidor viele neue Stammkunden gewonnen.
Auch Frazer Hickox, Leiter der Technologieabteilung der Peninsula Hotels, ist dagegen, „dass Gäste für die kleinen Dinge bezahlen sollen“. Selbst das Thema Betriebs- und Entwicklungskosten lässt Hickox nicht gelten: „Peninsula hat sein eigenes System und daher keine anderen Kosten, und die für das eigene System sind sehr gering.“
Hotelketten wie Best Western und Arabella-Starwood rechnen damit, „dass in etwa fünf Jahren die heutige Variante von High-Speed Internet Zugang zu einer kostenfreien Selbstverständlichkeit werden wird“ (Arabella-Starwood). Gründe seien sowohl sinkende Preise für die entsprechende Hardware als auch die steigende Anzahl von Neubauten mit moderner Verkabelung.

