0 Bewertungen
10.05.2008 

Der Anfang-vierzig-Jährige in feinstem Mailänder Chic hat die Gebäude, die ziemlich genau in der Mitte zwischen Bari und Brindisi liegen, aufwendig renovieren lassen; seine Schwester die Zimmer, die zum Teil neu angebaut wurden, in einem modernen, eleganten Landhausstil eingerichtet. Jedes hat seinen eigenen Kamin, der jeden Tag neu mit Holz bestückt ist, ein großes Badezimmer und einen eigenen kleinen Garten.

Vittorios Eltern, ein freundliches, älteres Ehepaar, leben im Haupthaus, direkt über der Rezeption, zu der eine breite Einfahrt führt. Ihr Sohn hat sie mit weißen Kieseln belegen lassen, die unter jedem Schritt knirschen. Im Garten neben dem Haus duftet es süß: Die alten Orangen- und Zitronenbäume hat man fast alle stehen lassen. Einige mussten dem hübsch mit Holz eingefassten Swimmingpool weichen. Und ein Stück der Felder, die zwischen der Masseria Torre Maizza und Torre Coccaro lagen, leuchtet jetzt in einem gleichmäßigen, gepflegten Grün: Ein Neun-Loch-Golfplatz ist hier entstanden – ein abwechslungsreiches Gelände mit Teich und Hecken, über 700 Jahre alten Mandel- und knorrigen Olivenbäumen.

Viele dieser einst vom Landadel bewohnten und bewirtschafteten Großfarmen in Süditalien sehen heute einer neuen, luxuriösen Zukunft als Nobelherberge entgegen. Dabei versucht man, die alten Strukturen zu bewahren und so wenig wie möglich das äußere Erscheinungsbild zu verändern. Und so öffnen sich die meisten Masserien in Apulien durch ein großes Rundbogentor den Gästen.

Die Gebäude selbst mit ihren dicken Mauern und kleinen Fenstern sehen ein bisschen aus wie Trutzburgen, und so etwas waren sie früher ja auch: Wachtürme in einer Zeit, in der ganz Süditalien in Angst vor einer Invasion der Sarazenen und vor Angriffen der türkischen Piraten lebte. Heute träumt der noch immer von über 40 Millionen Olivenbäumen und üppigen Feldern durchzogene Landstrich von einem Aufschwung durch den Tourismus.

Seinen Besuchern hat er heute schon viel zu bieten: Allein im Umkreis von einer Autostunde von der Masseria Torre Maizza entfernt liegen fünf Golfplätze, darunter ein 18-Loch-Turnierplatz und der traditionsreichste Golfclub Italiens. Zur Weinprobe öffnen viele der Weingüter ihre Türen, und die Olivenbauern lassen Gäste an der Ernte teilnehmen. Am Rande von Alberobello, dem kleinen Städtchen, in dem die Häuser – Trullis genannt – Dächer wie Pudelmützen tragen, wird eines des besten Öle der Region gemacht. Das hat Francescos Mozzarella gerade noch gefehlt!

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Pilotenstreik bei Lufthansa beendet

24.07.2008 , 07:58 Uhr
Anzeige

Bildergalerien

 

zurück  vor
  • Kleider machen Athleten

    Kleider machen Athleten

    Die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking laufen auf Hochtouren. Vor allem die Einkleidung der rund 430 Sportler und 300 Funktionäre ist generalstabsmäßig geplant, schließlich übernimmt das Manöver die Bundeswehr. Modische Einsichten.Bildergalerie 

  • Gold für Deutschland

    Gold für Deutschland

    Vor vier Jahren holten die deutschen Athleten in Athen insgesamt 49 Medaillen – davon 13 Mal Gold. Auch bei den Olympischen Spielen in Peking sind die Erwarten groß. Die deutschen Gold-Hoffnungen im Überblick.Bildergalerie 

  • Papstfestspiele in Down U...

    Papstfestspiele in Down Under

    Drei Tage gönnte sich Papst Benedikt XVI. zur Erholung nach der anstrengenden Flugreise zum Weltjugendtag in Sydney. Mit der Begrüßung durch Australiens Premierminister Kevin Rudd am Donnerstag begann dann der offizielle Programmteil seines Besuchs. Tag 1 der inoffizie...Bildergalerie 

  • Unterwasserwelt mit Schat...

    Unterwasserwelt mit Schattenseiten

    Unbekanntes Universum unter Wasser: Am Samstag öffnet das Ozeaneum in Stralsund erstmals seine Pforten für Besucher. Experten zählen Deutschlands größten Museumsneubau schon jetzt zu den weltweit führenden Aquarien. Doch die Eröffnungsfreude ist nicht ungetrübt. Bildergalerie