Der Anfang-vierzig-Jährige in feinstem Mailänder Chic hat die Gebäude, die ziemlich genau in der Mitte zwischen Bari und Brindisi liegen, aufwendig renovieren lassen; seine Schwester die Zimmer, die zum Teil neu angebaut wurden, in einem modernen, eleganten Landhausstil eingerichtet. Jedes hat seinen eigenen Kamin, der jeden Tag neu mit Holz bestückt ist, ein großes Badezimmer und einen eigenen kleinen Garten.
Vittorios Eltern, ein freundliches, älteres Ehepaar, leben im Haupthaus, direkt über der Rezeption, zu der eine breite Einfahrt führt. Ihr Sohn hat sie mit weißen Kieseln belegen lassen, die unter jedem Schritt knirschen. Im Garten neben dem Haus duftet es süß: Die alten Orangen- und Zitronenbäume hat man fast alle stehen lassen. Einige mussten dem hübsch mit Holz eingefassten Swimmingpool weichen. Und ein Stück der Felder, die zwischen der Masseria Torre Maizza und Torre Coccaro lagen, leuchtet jetzt in einem gleichmäßigen, gepflegten Grün: Ein Neun-Loch-Golfplatz ist hier entstanden – ein abwechslungsreiches Gelände mit Teich und Hecken, über 700 Jahre alten Mandel- und knorrigen Olivenbäumen.
Viele dieser einst vom Landadel bewohnten und bewirtschafteten Großfarmen in Süditalien sehen heute einer neuen, luxuriösen Zukunft als Nobelherberge entgegen. Dabei versucht man, die alten Strukturen zu bewahren und so wenig wie möglich das äußere Erscheinungsbild zu verändern. Und so öffnen sich die meisten Masserien in Apulien durch ein großes Rundbogentor den Gästen.
Die Gebäude selbst mit ihren dicken Mauern und kleinen Fenstern sehen ein bisschen aus wie Trutzburgen, und so etwas waren sie früher ja auch: Wachtürme in einer Zeit, in der ganz Süditalien in Angst vor einer Invasion der Sarazenen und vor Angriffen der türkischen Piraten lebte. Heute träumt der noch immer von über 40 Millionen Olivenbäumen und üppigen Feldern durchzogene Landstrich von einem Aufschwung durch den Tourismus.
Seinen Besuchern hat er heute schon viel zu bieten: Allein im Umkreis von einer Autostunde von der Masseria Torre Maizza entfernt liegen fünf Golfplätze, darunter ein 18-Loch-Turnierplatz und der traditionsreichste Golfclub Italiens. Zur Weinprobe öffnen viele der Weingüter ihre Türen, und die Olivenbauern lassen Gäste an der Ernte teilnehmen. Am Rande von Alberobello, dem kleinen Städtchen, in dem die Häuser – Trullis genannt – Dächer wie Pudelmützen tragen, wird eines des besten Öle der Region gemacht. Das hat Francescos Mozzarella gerade noch gefehlt!

