| HANDELSBLATT, Donnerstag, 27. Dezember 2007, 12:00 Uhr | ||||||||||||||||||||||||
Baufinanzierung | ||||||||||||||||||||||||
Albtraum vom eigenen Heim | ||||||||||||||||||||||||
Von Markus Ziener | ||||||||||||||||||||||||
Wenn der Traum zum Albtraum wird: Dem Eigenheim der amerikanischen Hausbesitzer Cynthia und Tracey droht die Zwangsversteigerung. Das Ehepaar weiß nicht mehr, wie sie die monatlichen Raten bezahlen soll. Warum die Subprime-Katastrophe auch zu Lasten vieler Kreditnehmer geht. | ||||||||||||||||||||||||
DETROIT. Als Cynthia nach Hause kommt, hat sie alle Hände voll. In der einen die Einkäufe vom Supermarkt, an der anderen die beiden Kinder. Sie schließt die Tür auf, und die beiden Töchter verziehen sich blitzschnell und lärmend in ihre Zimmer. Cynthia, ihr Mann Tracey und die Kinder haben Platz im eigenen Heim, sie lieben ihr Zuhause in New Center, einem hübschen Stadtteil nahe dem Zentrum von Detroit. Doch was die Kinder nicht wissen: Über dem Haus schwebt die Zwangsversteigerung. Denn die Eltern wissen nicht mehr, wie sie die monatlichen Raten bezahlen sollen. Dabei sieht anfangs alles so gut aus. Cynthia und Tracey, beide Lehrer an öffentlichen Schulen, haben zwar kein riesiges, aber doch zumindest ein regelmäßiges Einkommen. Als sie sich 1999 das Häuschen kaufen, wissen sie zwar, dass dies ein Kraftakt wird. Aber nach ihren Kalkulationen reichen die beiden Einkommen für Zins und Tilgung. Die Hypothekenbank macht es ihnen zudem leicht. Sie verlangt gerade einmal zehn Prozent Anzahlung – und schon werden 225 000 Dollar auf dem Konto der beiden gutgeschrieben. Cynthia und Tracey sind zuerst einfach nur glücklich und ahnen nichts. Sie machen sich nicht klar, dass im Kreditvertrag von flexiblen Zinsen die Rede ist, also dass mit steigenden Marktzinsen auch die monatlichen Belastungen steigen. Was sie ebenfalls nicht einkalkulieren, ist ein Anstieg der Grundsteuer, den die Stadt Detroit schon kurz nach dem Hauskauf beschließt. Zu allem Unglück erhöhen nach dem Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 die Versicherungen in den USA auch noch ihre Prämien. Statt knapp 2 000 Dollar betragen die monatlichen Rechnungen nun fast 3 000 Dollar. Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warum Cynthia und Tracey inzwischen wieder Hoffnung schöpfen | ||||||||||||||||||||||||
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