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17.03.2008 

Haben deutsche Top-Manager Moral?

In einem Interview mit dem Spiegel wehrt sich Ralph Dommermuth, jüngster, auf der Forbes-Liste notierter Selfmade-Milliardär Deutschlands, gegen eine pauschale Verurteilung der Top-Manager. „Wir erleben in letzter Zeit immer wieder Medienberichte um scheinbar unberechtigte Top-Gagen, hohe Abfindungen bei schlechter Leistung oder Steuerhinterzieher. Das ist teilweise recht spektakulär, sagt aber noch nichts über den Zustand des gesamten Systems. In Deutschland gibt es Hunderte börsennotierte Firmen und damit auch einige hundert Vorstände. Von 99 Prozent hören Sie nichts.“ Zudem liege die Schuld auch bei den Kontrollgremien der betroffenen Unternehmen. „Der Manager bedient sich ja nicht selbst, sondern bekommt solche Summen wiederum von seinem Aufsichtsrat bewilligt. Da setzt meine Kritik an: Viele Kontrolleure würden deutlich strengere Zielvereinbarungen treffen, wenn sie ihr eigenes Geld ausgäben.“

Vollkommen anderer Meinung sind offenbar rund 1000 deutsche Bürger, die von Nürnberger Marktforschern gebeten wurden, das sozialverantwortliche Verhalten der Top-Manager mit Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) zu bewerten. Wie die » Welt berichtet, landeten dabei der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Bahn-Lenker Hartmut Mehdorn auf dem letzten Platz, mit einer durchschnittlichen Note von 3,99. Ihren Kollegen sei es nicht viel besser ergangen: So habe z.B. Telekom-Chef Rene Obermann nur eine 3,7 erhalten, Daimler-Chef Dieter Zetsche immerhin eine 3,08. „Am besten kam BMW-Chef Norbert Reithofer weg, der einen Schnitt von 2,97 nach Hause brachte.“ Für den Chef des Marktforschungsinstitut sei an den Ergebnissen nichts zu deuteln: Sie dienten als ein Beleg dafür, „wie wenig der normale Bürger an Moral und Ethik auf Chefetagen glaubt.“

Investitionstipps für Spanien

Konservativ und risikolos – auf diese Qualitätseigenschaften sollten Anleger im Jahr 2008 bei Investitionen achten, rät » Expansión. Denn über dem spanischen Finanzmarkt liege noch immer der „Schatten der Hypothekenkrise“. Zu den Top 10-Anlagen für 2008 seien nach Aussage der Zeitung die Großen des spanischen Aktienindexes Ibex 35 zu zählen, wie Telefónica, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA), Santander, Iberdrola und Repsol. Diese Unternehmen gehörten aufgrund ihrer Umsatzstärke und der geringen Kursschwankungen ihrer Aktien zu den so genannten „Blue Chips“. Telefónica liege z.B. bei Analysten und Brokern vorn, weil der Konzern seit der Krise seinen Wert um 41,7 Prozent gesteigert und eine Dividende von einem Euro versprochen habe. Außerdem empfiehlt das Blatt, in Unternehmen zu investieren, die dem Sektor erneuerbare Energien angehören.

Die zwei Gesichter Richard Bransons

„Wer Virgin sagt, sagt Branson. Und wer Branson sagt, sagt Virgin“, stellt das » NRC Handelsblad fest – und nimmt Sir Richard Branson in einem Porträt genauer unter die Lupe. Nichts sei dem 57-Jährigen zu verrückt, um in den Nachrichten zu landen: „Falls nötig, lässt er sich auch mal an einem Seil einen Wolkenkratzer herunter.“ Auch wenn die Virgin-Gruppe zu einem riesigen Konglomerat herangewachsen sei, „Virgin und Branson sind noch immer wie siamesische Zwillinge aneinander gewachsen“. Er mache immer das, was andere nicht machen würden. Als er nach Northern Rock griff, hatte er kaum Erfahrung mit Finanzdienstleistungen, Virgin besaß nicht einmal die nötige Lizenz. Doch je größer die Herausforderung, desto besser. Kritiker bejubelten deshalb die Verstaatlichung der Bank, vermuteten sie doch keinen Gemeinsinn bei Branson. Hinter seinem jovialen Äußeren verstecke sich vielmehr ein Mann, der besessen sei von Geld, Macht und Einfluss.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Fundstück: Ersetzen Spielkonsolen bald den Lehrer?

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