Das Desaster beim Solarunternehmen Conergy
nimmt immer größere Ausmaße an. Nachdem das Hamburger Unternehmen erst Ende Oktober eingeräumt hatte, dass man wegen Nachschubproblemen mit einem Verlust statt des angekündigten Gewinns abschließen werde, kommen nun die harten Schnitte. Conergy
wird weltweit rund 500 Stellen streichen, sich von Randbereichen trennen und die Wertansätze in der Bilanz der Realität anpassen.
Ein harter Schnitt, aber er war überfällig. Das alte Management, das noch aus der Gründerzeit des Unternehmens stammte, wollte auf allen Hochzeiten des Marktes der erneuerbaren Energien tanzen und hatte den Überblick verloren. Mit dem Einstieg des Industriellen Otto Happel, der schon bei der einstigen Metallgesellschaft aufgeräumt hatte, halten jetzt professionelle Strukturen Einzug.
Das neue Management will reinen Tisch machen und nimmt einen einmaligen hohen Verlust in Kauf, um nicht in den nächsten Monaten erneut schlechte Nachrichten verkünden zu müssen. Die Zeche zahlen die Mitarbeiter und die Aktionäre.
Die schwierige Lage, in die sich Conergy
durch Managementfehler manövriert hat, ist ein Einzelfall. Die Geschäfte der anderen Solarunternehmen laufen weiter gut. Aber es zeigt sich auch, dass es selbst in diesem Wachstumsmarkt ohne professionelle Strategien auf die Dauer nicht gut geht.

