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HANDELSBLATT, Mittwoch, 30. April 2008, 10:34 Uhr
SAP

Kommentar: Licht und Schatten


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Schwere Kost, das präsentierte der deutsche Softwareriese SAP heute morgen den Investoren. Der schwache Dollar sowie Verzerrungen durch die Übernahme des Rivalen Business Objects machen ein eindeutige Urteil über die aktuelle Situation beim weltgrößten Anbieter von Firmensoftware nahezu unmöglich.

Auf den ersten Blick entdeckt man viel Schatten. Da ist zum einen das Konzernergebnis, das von 312 Millionen auf 247 Millionen Euro eingebrochen ist. Auch das Betriebsergebnis sackte zweistellig ab. Hinzu kommt der Ausblick. Erstmals berichtet das Management von Kunden in den USA, die bei ihren IT-Ausgaben vorsichtiger werden. Noch sind direkte Einflüsse der Finanzkrise nicht erkennbar, aber offensichtlich kommen die Einschläge näher.

Dennoch wäre es eine fatale Fehleinschätzung, von einem desolaten Quartal zu sprechen. Es sind vor allem bilanzielle Verzerrungen, die den Blick auf die wahre Situation der SAP verstellen. Die Vorschriften der Rechnungslegung erlauben es zum Beispiel nicht, dass die kompletten Wartungsumsätze des Neuerwerbs Business Objects gebucht werden dürfen. Sie müssen auf die Laufzeit der Verträge verteilt werden. Solche Effekte beeinflussen das Zahlenwerk nicht unerheblich.

Werden sie herausgerechnet, zeigt sich mit 319 Millionen Euro plötzlich ein Konzernergebnis, das um acht Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals liegt. Wie finanziell stark der Softwareriese tatsächlich ist, ist am freien Cash-Flow, also jenen Mitteln, die dem Unternehmen nach Abzug der Sachinvestitionen verbleibt. Er macht satte 41 Prozent des Umsatzes aus, ein Zeichen, wie robust der Softwareriese derzeit wirtschaftet.

Dennoch frischt der Gegenwind für SAP spürbar auf. Die Verzögerungen bei der neuen Mittelstandssoftware kommen zur Unzeit. Sie wirbeln die Langfristplanungen des Software-Riesen massiv durcheinander. Hinzu kommt die wachsende Unsicherheit bei der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung rund um den Globus. Ein dauerhaft zweistelliges Wachstum, das sollte deshalb keiner mehr als gesetzt ansehen.


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