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10.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 16:31 Uhr 
Aktienmarkt bricht ein

China ist nicht immun

von Christoph Rabe

Ein Händler an der Börse in Schanghai schaut nachdenklich auf die Kurstafel. Um fast acht Prozent gaben die Kurse am Dienstag nach. Foto: ReutersLupe

Ein Händler an der Börse in Schanghai schaut nachdenklich auf die Kurstafel. Um fast acht Prozent gaben die Kurse am Dienstag nach. Foto: Reuters

Jetzt prasseln die Hiobsbotschafen mit Wucht auf China nieder: Die Inflation erreicht Rekordstände, die Kreditkosten steigen, die Energiepreise explodieren, das Wachstum verflacht, die Unternehmensgewinne sinken und die Börsen brechen ein. Ein Gebräu, das nach Krise riecht. Ein Kommentar. Überraschend kommt diese Entwicklung aber nicht, von der Pekinger Regierung ist sie sogar bewusst in Gang gesetzt worden, denn Chinas Wirtschaft drohte bereits mehrfach eine Überhitzung.

Chinas Aktionäre mögen zwar nach der Euphorie des Jahres 2007 nun in tiefe Depression fallen. Doch ungesund ist auch der Einbruch der Kurse um fast 50 Prozent seit Oktober letzten Jahres nicht. Chinesen lieben das Glücksspiel, und ein wenig von ihrer Spielernatur macht sich auch bei Börsengeschäften bemerkbar. Daher ist das Wechselbad der Gefühle durchaus nachvollziehbar. Man kann nicht immer gewinnen.

Und China ist nicht immun gegen globale Trends, die Wirtschaft kann nicht ewig auf Höhenflug bleiben. Die keinesfalls auf Effizienz getrimmte Industrie leidet unter den hohen Energiepreisen mehr noch als eine moderne Volkswirtschaft. Verschwendung von Grund- und Rohstoffen kommen dazu. Seit Jahren schon hat der Boom zu trügerischen Investitionen in Branchen verleitet, die zwar schnellen Profit versprechen, aber keine nachhaltig gesunde Wirtschaftsstruktur erzeugen. Befeuert wurde dieses System durch zu billiges Geld.

Dem hat Peking nun einen Riegel vorgeschoben. Wenn die Regierung konsequent bleibt, kann sie die schlimmsten Fehlentwicklungen korrigieren. Dass Chinas Wachstum einen Dämpfer erhält, ist daher weder für das Land noch für die Weltwirtschaft eine wirklich schlechte Nachricht. Von einer Krise ist China jedenfalls noch weit entfernt.

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