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18.02.2008 

Seit Jahren nimmt Appel direkt an den Entscheidungen teil und hat sie zuletzt bereits maßgeblich beeinflusst. Er steht für Kontinuität, wird aber auch eigene Akzente setzen, etwa im Management-Stil. Appel sieht sich als modernen „post-heroischen“ Manager, sozusagen als Gegenstück des großen „Zampano“. Ein modernerer Führungsstil wird sich nach dem Rücktritt von Zumwinkel wohl leichter durchsetzen lassen.

Der Führungswechsel, der auch ein Generationswechsel ist, war längst vorbereitet. Ihm wurde sogar der alte Finanz-Chef Edgar Ernst geopfert, ein langjähriger Vertrauter von Zumwinkel. Ernst hatte das Vertrauen des Finanzmarkts verloren. Auch Zumwinkels Weggefährten Wulf von Schimmelmann und Hans-Dieter Petram haben den Konzern verlassen und ihre Vorstandsposten bei der Postbank und in der Briefsparte an jüngere Nachfolger übergeben. Mit John Mullen und John Allan wurden erfahrene Logistik-Manager aus dem Ausland für den Post-Vorstand gewonnen. Zumwinkel wollte eine „neue Ära“ einleiten. Im Mai auf der Hauptversammlung wollte er seinen Abschied verkünden. Nun kommt alles viel schneller als geplant. Er selbst hat sich das Ende seiner Karriere allerdings wohl ganz anders vorgestellt.

Doch gibt es künftig eine offene Flanke: Zumwinkel wird den angestrebten Vorsitz im Post-Aufsichtsrat nicht übernehmen können. Damit wollte er Appel den Rücken frei halten. Denn die Post ist nach wie vor ein Bundesunternehmen. Im Aufsichtsrat sitzt das Finanzministerium. Dort hätte Zumwinkel der Post als Lobbyist noch sehr dienlich sein können, etwa bei der Beibehaltung der Mehrwertsteuerbefreiung. Die Konkurrenz muss ihren Kunden Mehrwertsteuer berechnen und fordert die Abschaffung dieser „Wettbewerbsverzerrung“. Bei der Einführung des Mindestlohns betätigte sich Zumwinkel erfolgreich als Strippenzieher. Das entfällt nun. Das Blatt für die Post dürfte sich wenden.

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