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17.04.2008 

Noch vor wenigen Wochen schalt er die jetzt umworbene Koalitionsbraut als Teil eines bösen „Linksblocks“, der in Hessen den Kommunismus mit Alt-DKPisten und Neulinken wiederbeleben wolle. Ein politisches Lotterbett mit dem Grünen-Chef Tarek Mohammed Al-Wazir zu besteigen, – was viele Konservative befürchten – begehrte der Ziehsohn von Alfred Dregger keineswegs. „Ausgeschlossen!“ wetterte er in den Medien so treuen Blicks wie Kontrahentin Ypsilanti gegenüber der Linkspartei. Stattdessen behandelte er Grünen-Chef Al Wazir wie der BND Bin Laden – als Geächteten, der keine Gemeinsamkeit im Weltbild kennt: „Ypsilanti, Al-Wazir und die Kommunisten stoppen““ so Kochs Wahlparole.

Am Morgen danach scheint alles gar nicht mehr so sündig: „Windkraftmonster“, Bio-Energie, Gebührenfreiheit in Bildung und flächendeckend Ganztagsschulen – all das grüne Teufelszeug erscheinen dem Ministerpräsidenten plötzlich in einem ganz anderen, rosigen Licht.

Der Umstand, dass Koch wegen verlorener Unschuld weit weniger an Ruf einbüßt als Ypsilanti, die nämliche Spielwiese des Wandels durch Annäherung entdeckt hatte, ist der Unwägbarkeit geschuldet, ob Koch meint, was er balzt. Womöglich ist das Süßholz nur der typisch Koch’sche Knüppel, mit dem er vor drohenden Neuwahlen links antäuscht, nur um rechts vorbeizupreschen?

Keiner weiß, ob das grün-schwarze Trikot, in dem er sich gerade warmläuft, nicht nur aus der Requisite hervorgekramt ist – und das auch nur für ein Bühnenstück. Denn noch schmettert Grünen-Chef Al Wazir dort dem neuen Freund nur ungerührt entgegen: „Jamaika ist die unwahrscheinlichste Konstellation von allen".

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