| HANDELSBLATT, Mittwoch, 9. April 2008, 00:00 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||
APOTHEKEN
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Kommentar: Angriff aus Amerika | ||||||||||||||||||||||||||||||
Von Christoph Hardt | ||||||||||||||||||||||||||||||
Es wird ernst für Deutschlands Apotheker. Denn die Beteiligung des weltweit führenden Arzneimittel-Versenders Medco an der Europa Apotheek in Venlo beweist: Wichtige Marktteilnehmer erwarten, dass die Liberalisierung des deutschen Arzneimittelmarktes durch die EU unmittelbar bevorsteht. Sie ist deshalb auch ein Menetekel: Wenn die Öffnung kommt, wird die deutsche Apothekenlandschaft nicht mehr wiederzuerkennen sein. 120 Millionen Dollar lässt sich Medco den halben Anteil an der holländischen Versandapotheke kosten. Für die Gründer ist das ein Bombengeschäft, Medco seinerseits beweist, dass der Vorstoß ernst gemeint ist. Der Konzern hat gestern klargemacht, er strebe nach einer führenden Position in einem der am schnellsten wachsenden Pharmamärkte der Erde. Das klingt, als würden die Amerikaner den Mund sehr voll nehmen, schließlich ist der Versandhandel mit Arzneimitteln trotz der Unterstützung durch einzelne Krankenkassen hierzulande noch unbedeutend. Doch sehen die Amerikaner, die sich jüngst in Schweden verstärkt haben, in Deutschland den wichtigsten Markt für ihr europaweites Wachstumskonzept. Sie fühlen sich auch deshalb sicher, weil die Übernahme des Versandkonkurrenten DocMorris durch den Stuttgarter Pharma-Großhändler Celesio gezeigt hat, dass andere Marktteilnehmer bei uns ebenfalls große Chancen heraufziehen sehen. Noch sind Apotheken-Ketten bei uns verboten, noch ist die Europa Apotheek mit ihrem Vertriebspartner, den dm-Drogeriemärkten, eine Versuchsanordnung. Sollten die deutschen Apotheker mit dem Hinweis auf das hohe Gut der Arzneimittelsicherheit aber hoffen, den Brüsseler Liberalisierungsplänen noch Einhalt zu gebieten, so ist diese Hoffnung seit gestern noch ein Stück brüchiger geworden. | ||||||||||||||||||||||||||||||
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