| HANDELSBLATT, Dienstag, 22. April 2008, 17:14 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||||
Britsche Banken | ||||||||||||||||||||||||||||||
Hoher Einsatz | ||||||||||||||||||||||||||||||
Von Michael Maisch | ||||||||||||||||||||||||||||||
Warum gehen wir nicht ins Spielkasino und setzen unser ganzes Vermögen auf die Sieben, die bringt ja bekanntlich Glück? Wenn wir gewinnen, behalten wir das schöne Geld, wenn wir verlieren, fangen wir an zu jammern, dass wir die Risiken des Spiels nicht so richtig verstanden hätten und dass uns doch der Staat bitte schön aus der Patsche helfen soll. Wären wir keine normalen Bürger, sondern eine große Bank, würde unser Gejammer vielleicht sogar Gehör finden. 50 Milliarden Pfund stellt die Bank of England bereit, um den heimischen Banken aus der Kreditkrise zu helfen. Das Wort Rettungsprogramm hören die Zentralbanker gar nicht gerne, am Ende läuft es allerdings genau darauf hinaus. Aber sowohl die Londoner Labour-Regierung als auch Notenbank-Chef Mervyn King sind peinlich darauf bedacht, den Eindruck zu vermeiden, dass sie das Geld der Steuerzahler riskieren, um die Spielschulden der Banken zu bezahlen. Deshalb ist es alles andere als ein Zufall, dass in derselben Woche, in der die britische Zentralbank ihr Hilfsprogramm startet, die Royal Bank of Scotland mit tief gesenktem Kopf ihre Aktionäre um die größte Kapitalspritze der europäischen Finanzgeschichte bitten muss. Die Botschaft ist klar: Der Staat ist bereit, den Banken aus der Patsche zu helfen. Etwas anderes bleibt ihm angesichts der Risiken für die Gesamtwirtschaft auch kaum übrig. Aber nur, wenn die Banken im Gegenzug ihre Schuld anerkennen und dafür, so gut es geht, geradestehen. Völlig zu Recht drängen die Aufseher die Geldhäuser immer offener dazu, ihre Bilanzen gründlich aufzuräumen und durch schmerzliche Kapitalerhöhungen zu reparieren. Die RBS war lange stolz auf ihre schlanke Kapitalstruktur. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Aufseher werden darauf bestehen, dass sich Banken dickere Risikopolster zulegen. | ||||||||||||||||||||||||||||||
|
| |||
| |||
|
MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK: |
| Starkes Signal |
|
| Kommentar: Eitle und Drückeberger |
|
| Blasenleiden |
|
| Der Bauernstaat |
|
| Köhler ringt mit dem Amt |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps |
|
| ©
Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH - Economy.One 2008 Für die Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Bitte beachten Sie auch folgende Nutzungshinweise,die Datenschutzerklärung und das Impressum. |
|









