Stattdessen die bekannten Worthülsen: „Wir glauben, dass wir unser Umsatzwachstum signifikant beschleunigen und zu unseren historisch hohen Margen zurückkehren werden“, erklärte er. Das Problem: es werden immer weniger, die daran glauben. Dafür war das erste Quartal 2008 zu normal. Alles im Rahmen der Erwartungen, solide. Eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Ist es das, was man von einem Unternehmen erwartet, dass um seine Unabhängigkeit kämpft? In einer Zeit, in der der Konkurrent Google davon stürmt, den Gewinn um 31 Prozent steigert und den höchsten Tagesgewinn an der Börse seit 2004 feiert, sicher nicht.
Ein genauerer Blick in die Zahlen lässt die Zweifel nicht weniger werden. Im Gegenteil. Das internationale Geschäft Yahoos brach sogar um elf Prozent ein. Ein fatales Zeichen angesichts einer drohenden Wirtschaftskrise in den USA, das mit 72 Prozent den Löwenanteil des Geschäfts ausmacht. Die Not zu erklären, wie das Wachstum beschleunigt werden soll, wird immer größer.
Alle Augen richten sich jetzt auf Samstag. Dann läuft das Ultimatum aus, das Microsoft-Chef Steve Ballmer Yahoo gestellt hat, sein Übernahmeangebot von 31 Dollar pro Aktie anzunehmen. Das sei zu niedrig hatte Yang bis gestern betont – den Beweis dafür konnte er nicht antreten. Am Samstag muss er entscheiden, ob er Krieg oder Frieden will. Und ob er im Zweifel seine Truppen im Krieg noch einmal hinter sich wird scharen können, wird sich vielleicht schon am Sonntag zeigen. Fraglich ist es schon lange.

