0 Bewertungen
07.12.2006 
Gesellschaftsspiele

Kleopatra – Ausstattungsorgie aus Ägypten

von Joachim Wollschläger

Als der ägyptische Baumeister Numerobis für Kleopatra einen Tempel bauen sollte, war das eine ziemliche Katastrophe. Kreuz und quer standen die Blöcke – und ohne die Hilfe von Asterix und Obelix wäre er sicher gescheitert. In dem Spiel „Kleopatra“ fühlen wir uns ein wenig wie Numerobis. Wir sollen einen Tempel bauen – doch ob es klappt, ist ungewiss.

Bauen in Ägypten Foto: wollLupe

Bauen in Ägypten Foto: woll

DÜSSELDORF. Doch fangen wir beim Auspacken an, denn unsere Vorfreude beginnt beim Öffnen der Schachtel: Kleopatra ist ein reich ausgestattetes Spiel. Säulenwände, Sphinxen, Tempel, Obelisken uns Tore – alles ist streng geordnet – sonst hätte das viele Material kaum Platz in der Schachtel. Was aber mit all diesem Material anfangen? Als Baumeister errichten wir Tempelteile, bauen Säulengänge, brechen Obelisken aus dem Stein.

Zwielichtige Gestalten unterstützen uns beim Bau, der Zeitgewinn geht aber leider mit einem Imageschaden einher: Kleopatra ist „not amused“. Runde für Runde mausert sich der Tempel zum schönsten Ort des Spiels, interessanter aber ist der Markt. Hier bekommen wir die verschiedenen Materialien für den Bau, hier finden wir auch die Handwerker. Spannend dabei: Wir wissen nicht so recht, was wir bekommen: In den drei Kartenreihen mit Baumaterial, Handwerkern und Sonderkarten liegen einige Karten verdeckt, einige offen. Marktbesucher wählen je eine dieser Reihen und nehmen alle Karten auf die Hand. Weil die Reihen jede Runde um eine Karte ergänzt werden, füllen sie sich stets neu.

Das Spiel findet nun im Wechsel statt: Mal kaufen wir am Markt ein, mal bauen wir neue Tempelteile. Sinnvoll ist es, mehrere Bauteile pro Runde zu errichten, das gibt Sonderpunkte ebenso wie auch eine geschickte Platzierung. Sonderkarten helfen uns, schneller zu bauen. Allerdings bestraft uns Kleopatra für diese „Schummelei“ mit so genannten Sobek-Amuletten. Die sollten wir rechtzeitig wieder loswerden, denn der Spieler mit den meisten Amuletten landet am Ende bei den Krokodilen. Die übrigen dagegen zählen am Schluss des Spiels ihr Gold – ganz ohne Asterix und Obelix.


Weitere Gesellschaftsspiele – zum Verschenken und Selberspielen

Kleopatra hat in den Testrunden gemischte Reaktionen von großer Begeisterung bis zu Gleichgültigkeit hervorgerufen. Ich persönlich neige zur Begeisterung. Das Spiel ist zwar recht teuer, dafür aber fantastisch ausgestattet, birgt mit den verdeckten und offenen Marktkarten einen hohen Unsicherheitsfaktor und verlangt hohes strategisches Geschick. Einzig die Idee der Sobek-Amulette scheint etwas schwach – das ist jedoch angesichts der übrigen guten Aspekte verzeihlich.

Kleopatra
Days of Wonder
3 – 5 Spieler ab 10 Jahren
ca. 60 min
ca. 50 Euro

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

Bildergalerien

 

zurück  vor
  • Kleider machen Athleten

    Kleider machen Athleten

    Die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking laufen auf Hochtouren. Vor allem die Einkleidung der rund 430 Sportler und 300 Funktionäre ist generalstabsmäßig geplant, schließlich übernimmt das Manöver die Bundeswehr. Modische Einsichten.Bildergalerie 

  • Gold für Deutschland

    Gold für Deutschland

    Vor vier Jahren holten die deutschen Athleten in Athen insgesamt 49 Medaillen – davon 13 Mal Gold. Auch bei den Olympischen Spielen in Peking sind die Erwarten groß. Die deutschen Gold-Hoffnungen im Überblick.Bildergalerie 

  • Papstfestspiele in Down U...

    Papstfestspiele in Down Under

    Drei Tage gönnte sich Papst Benedikt XVI. zur Erholung nach der anstrengenden Flugreise zum Weltjugendtag in Sydney. Mit der Begrüßung durch Australiens Premierminister Kevin Rudd am Donnerstag begann dann der offizielle Programmteil seines Besuchs. Tag 1 der inoffizie...Bildergalerie 

  • Unterwasserwelt mit Schat...

    Unterwasserwelt mit Schattenseiten

    Unbekanntes Universum unter Wasser: Am Samstag öffnet das Ozeaneum in Stralsund erstmals seine Pforten für Besucher. Experten zählen Deutschlands größten Museumsneubau schon jetzt zu den weltweit führenden Aquarien. Doch die Eröffnungsfreude ist nicht ungetrübt. Bildergalerie