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26.09.2007 
Partnerwahl

Schön zu reich

von Norbert Häring

Je erfolgreicher der Manager, desto schöner und jünger die Ehefrau. Dafür haben die Amerikaner den zynischen Begriff der Trophäenfrau geprägt. Doch wie kommt so etwas zustande? Finden Sie etwa keine passenden Ehefrauen? Oder setzen beide Seiten trotz guter Vorsätze schlussendlich auf die Gene aus Neandertal?

Die Aufnahem zeigt eine Pressekonferenz zur Wahl der "Miss Germany 2006". Foto: dpa Lupe

Die Aufnahem zeigt eine Pressekonferenz zur Wahl der "Miss Germany 2006". Foto: dpa

FRANKFURT. Die Psychologe nimmt - gestützt auf viele Befragungen - an, dass wir in unseren Partnern die gleichen Eigenschaften suchen, die wir selber haben. Die Lebensgefährten sollten ähnlich attraktiv, kinderlieb, intelligent, humorvoll und sozial gestellt sein wie wir selbst. Heißt das, dass erfolgreiche Manager keine passenden Frauen finden?

Eine deutsch-britisch-amerikanische Forschergruppe präsentiert nun eine andere Erklärung für die Partnerwahl. Sie lässt sich auf die Formel bringen: Der Mensch denkt, das Gen lenkt. Dazu werteten die vier Psychologen um Peter M. Todd vom Berliner Max Planck Institut aus, wie sich die Teilnehmer von Speed-Dating-Veranstaltungen verhalten.

Speed-Dating ist der neueste Schrei aus Amerika, um das Single-Sein zu beenden. Etwa 20 Männer und ebenso viele Frauen werden jede mit jedem zu kurzen Gesprächen zusammengebracht. Nach jedem Short-Talk kreuzen sie an, ob sie die betreffende Person noch einmal sehen möchten. Wenn beide mit „Ja“ antworten, werden Rendez-vous arrangiert.

Vor den Sitzungen fragten die Berliner Forscher die Speed-Dater, worauf es ihnen bei der Auswahl ankommt. Die Präferenzen decken sich mit dem meisten wichtig ist. Was das angeht, passt die These „Gleich zu gleich gesellt sich gern.“

Doch wenn der Ernst der Partnerwahl beginnt und die Kreuzchen gemacht werden, scheinen die schön überlegten Kriterien vergessen. Die Männer machen bei fast jeder halbwegs attraktiven Frau einen Versuch. Die Frauen sind wählerisch. Sie scheinen zu wissen, wie die Männer ticken, und passen ihre Strategie an.

Wenn sie hübsch sind, machen sie nur den ökonomisch besonders gut gestellten Männern mit großem Familiensinn und guter Gesundheit ein Angebot. Denn sie wissen, dass sie selbst viele Angebote erhalten werden. Folgetreffen mit zu vielen Männern wollen Frauen im Gegensatz zu den Männern nämlich nicht.

So gern wir uns einbilden, dass wir gerade in der Partnerwahl als Homo Sapiens Sapiensis fühlen und handeln, so sehr scheinen uns doch die Gene aus Neandertal zu lenken. Attraktiv assoziiert das männliche Unterbewusste mit gesund und gebärfähig, und so treiben die Gene uns Männer es bei allen attraktiven Frauen zu versuchen.

Diese setzen ihre Attraktivität ein, um sich möglichst gut gestellte und verlässliche Partner zu sichern, denn - so die These der Evolutionspsychologen - Kinder von Frauen, die so auswählten, hatten immer die besten Chancen zu überleben und ihre Gene weiterzugeben.


» Zusammenfassung der Studie (englisch)


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