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HANDELSBLATT, Sonntag, 14. Januar 2007, 17:33 Uhr
Wer schaltete die Streckensperre ab?

Staatsanwaltschaft verfolgt neue Spur bei Transrapid-Unglück

Seit Monaten gehen die Ermittler der Ursache des Transrapid-Unglücks im Emsland nach. Menschliches Versagen war bislang als wahrscheinlich angenommen worden. Doch nun gibt es neue Hinweise – und schwere Verdächtigungen gegen die Betreibergesellschaft.


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Die Bergung der Verletzten und Toten war wegen der Pfeilerkonstruktion schwierig. Foto: dpa
Bild vergrößernDie Bergung der Verletzten und Toten war wegen der Pfeilerkonstruktion schwierig. Foto: dpa

HB OSNABRÜCK. Eine elektronische Sperre der Strecke war zwar vorhanden, aber nicht aktiviert. Die Ermittler der Staatsanwaltschaft Osnabrück überprüfen, ob Mitarbeiter im Leitstand die Sperrung per Computer vergessen haben oder andere Gründe dafür vorliegen. Das sagte der Sprecher der Behörde, Alexander Retemeyer, am Samstag und bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Die Sperrung von Streckenabschnitten soll die Fahrt des Zuges und damit einen Aufprall auf andere Fahrzeuge verhindern.

„Es gibt eine Blocksicherung, die nicht angewesen ist“, sagte Retemeyer. Laut Betriebsvorschrift für die Transrapid-Versuchsanlage müsse die Sperre aber eingeschaltet werden, wenn ein Sonderfahrzeug wie der Werkstattwagen auf der Strecke sei, berichtete der „Spiegel“. Die Staatsanwaltschaft prüft auch, ob es möglicherweise eine Anweisung der Betreibergesellschaft IABG gegeben hat, die Sperre nicht einzuschalten oder ob sie eventuell defekt war.


Bildergalerie Bildergalerie: Das verheerende Transrapid-Unglück


Der Magnetschwebezug war im September 2006 auf der Versuchsanlage in Lathen (Niedersachsen) auf einen stehenden Werkstattwagen geprallt. Dabei starben 23 Menschen. Die Bergung von Verletzten und Toten gestaltete sich schwierig, da die Bahn auf Stelzen fährt.

Als Ursachen für das Unglück werden auch die unterschiedlichen Funksysteme auf der Transrapid-Teststrecke in Betracht gezogen. Mitarbeiter auf dem Werkstattwagen konnten den Funkverkehr zwischen dem Leitstand und dem Transrapid nicht verfolgen. Außerdem wurde bekannt, dass noch eine dritte Person im Leitstand war, die die beiden anderen Beschäftigten möglicherweise abgelenkt haben könnte. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt nach wie vor gegen zwei Mitarbeiter im Leitstand und geht von menschlichem Versagen aus.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Vor-Ort-Termin soll Klarheit bringen.


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