0 Bewertungen
12.03.2008 
Preis für Geert Mak

Leipziger Buchmesse eröffnet

Mit einem Festakt im Gewandhaus ist die Leipziger Buchmesse 2008 am Mittwochabend eröffnet worden. Zum Auftakt nahm der niederländische Publizist Geert Mak (61) den mit 15 000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung entgegen.

Der niederländische Schriftsteller und Publizist Geert Mak. Foto: dpa.Lupe

Der niederländische Schriftsteller und Publizist Geert Mak. Foto: dpa.

HB LEIPZIG. Bis Sonntag präsentieren in Leipzig 2267 Verlage aus fast 40 Ländern ihre Neuerscheinungen. Die Messe verzeichnet damit eine Rekordbeteiligung. Europas größtes Lesefest „Leipzig liest“ bietet außerdem rund 1900 Lesungen und Diskussionen mit prominenten Autoren.

Zu Beginn der Bücherschau ist die Branche in bester Stimmung. Im vergangenen Jahr sei der Buchumsatz auf den Hauptvertriebswegen Buchhandel, Warenhaus und E-Commerce um 3,9 Prozent gestiegen“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, am Mittwoch. „Das ist eine unglaubliche Zahl für den Buchhandel, die nicht alleine auf Harry Potter, Hape Kerkeling oder Papst Benedikt zurückzuführen ist.“ Besonders im Aufwärts-Trend lagen Science-Fiction, Fantasy und Krimis. Die Branche sieht laut Honnefelder nach den ebenso positiven beiden ersten Monaten 2008 freundlich in die Zukunft.

Preisträger Mak mahnte in seiner zuvor schriftlich verbreiteten Dankesrede einen sensiblen Umgang mit Geschichte und Gegenwart an. „Unsere Eltern und Großeltern waren ja auch nicht besser oder schlechter als wir. Trotz aller Lehren aus dem zwanzigsten Jahrhundert sehe ich, wie in meinem Land unzählige Menschen schon wieder den verführerischen Botschaften geschickter Phrasendrescher erliegen“, sagte der Historiker. „Weiter in Westeuropa sehe ich, wie versimpelnd manchmal über die herzzerreißenden Dilemmas, die für das Überleben in einer Diktatur unvermeidlich waren, geurteilt wurde.“

Der Preis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 von der Stadt Leipzig, dem Freistaat Sachsen und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben. Geehrt werden Persönlichkeiten, die sich um die Verständigung in Europa verdient gemacht haben. Mak wird für seine in den vergangenen Jahren erschienenen Bücher zu europäischen Themen gewürdigt.

„Geert Mak führt, wie es sich gehört, Aufklärung im Schilde“, sagte Laudator Johannes Willms, Kulturkorrespondent der „Süddeutschen Zeitung“, laut vorab verbreiteter Mitteilung. In seinem Werk „Europa. Eine Reise durch das 20. Jahrhundert“ zum Beispiel habe er „mit einem riesigen Schleppnetz kunterbunt Impressionen, Erinnerungsfetzen, Stimmen, Geräusche, Farben ... eingesammelt“.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Aufstieg einer Insel

20.07.2008 , 08:51 Uhr
Anzeige

Bildergalerien

 

zurück  vor
  • Papstfestspiele in Down U...

    Papstfestspiele in Down Under

    Drei Tage gönnte sich Papst Benedikt XVI. zur Erholung nach der anstrengenden Flugreise zum Weltjugendtag in Sydney. Mit der Begrüßung durch Australiens Premierminister Kevin Rudd am Donnerstag begann dann der offizielle Programmteil seines Besuchs. Tag 1 der inoffizie...Bildergalerie 

  • Unterwasserwelt mit Schat...

    Unterwasserwelt mit Schattenseiten

    Unbekanntes Universum unter Wasser: Am Samstag öffnet das Ozeaneum in Stralsund erstmals seine Pforten für Besucher. Experten zählen Deutschlands größten Museumsneubau schon jetzt zu den weltweit führenden Aquarien. Doch die Eröffnungsfreude ist nicht ungetrübt. Bildergalerie 

  • Warten auf den Gletscherb...

    Warten auf den Gletscherbruch

    2500 Kilometer südwestlich von Buenos Aires warten die Menschen auf ein einzigartiges Naturschauspiel: Der Gletscher Perito Moreno steht kurz vor dem Durchbruch. Bilder von der morschen Eisbarriere.Bildergalerie 

  • Science Fiction in der Wü...

    Science Fiction in der Wüste

    Megaprojekte in Dubai und den anderen Wüstenemiraten sorgen weltweit für Aufsehen. Einzigartig ist die bereits bezogene künstliche Palmeninsel Jumeirah. Doch die Emirate übertrumpfen sich weiter selbst. Die neusten Pläne klingen nach purer Science Fiction. Bildergalerie