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16.04.2008  | Aktualisiert 21.04.2008, 14:21 Uhr 
50 Jahre Atomium

„Das Paradies - hier war es“

Ein Bauwerk feiert Geburtstag - und ganz Belgien nimmt Anteil daran. Vor 50 Jahren war das Atomium Mittelpunkt der Weltausstellung in Brüssel. Gefeiert als „kristallisierte Hoffnung“ auf die friedliche Nutzung der Kernenergie, ist es zum Symbol geworden für eine Zeit, die von ungehemmtem technischem Fortschritt die Lösung aller Menschheitsprobleme erwartete.

Das Brüsseler Atomium war Mittelpunkt der Weltausstellung 1958 Foto: rtrLupe

Das Brüsseler Atomium war Mittelpunkt der Weltausstellung 1958 Foto: rtr

HB BRüSSEL. Vom Mittelpunkt der Weltausstellung 1958 wurde es zum wohl berühmtesten Gebäude Belgiens: Das Atomium in Brüssel feiert am 17. April seinen 50. Geburtstag - und ein ganzes Land, so scheint es, nimmt Anteil. Bereits seit Wochen bejubeln die Zeitungen das Ereignis mit mehrseitigen Sonderbeilagen. „Ein Ereignis und ein Jahr, die sich in das kollektive Gedächtnis aller Belgier gebrannt haben“, schreibt etwa „La Libre Belgique“. Und „Le Soir“ erinnert sich: „Das Paradies - hier war es“. Bis zum 19. Oktober sollen die Feierlichkeiten währen - so lange, wie auch die „Expo 58“ dauerte.

102 Meter hoch ragt das Atomium in den Himmel der belgischen Hauptstadt. Es zeigt ein Eisenmolekül in 165-milliardenfacher Vergrößerung. 20 Rohre verbinden neun Kugeln von jeweils 18 Metern Durchmesser miteinander. 18 Monate dauerte der Bau. Die Presse feierte das Gebäude bei der Eröffnung als „kristallisierte Hoffnung“ auf die friedliche Nutzung der Kernenergie. In 25 Sekunden transportierte der Aufzug Besucher bis in die oberste Kugel, heute geht es noch einen Tick schneller. Mit fünf Metern pro Sekunde sei die Geschwindigkeit des Aufzugs „einzigartig in Europa“, bejubelten die Medien den technischen Fortschritt 1958.


» Mehr im Web: @tomium


Wie der Pariser Eiffelturm, das Symbol der Weltausstellung 1889, sollte auch das Atomium ursprünglich nur einige Jahre an seinem Platz bleiben. Doch die Genehmigung, die eigentlich nur für zehn Jahre galt, wurde schon bald auf 25 Jahre verlängert. 50 Jahre nach seiner Errichtung ist das Gebäude längst zu einem Wahrzeichen Brüssels geworden. Und so ist ein kein Wunder, dass die Stadt alle Kaufangebote ablehnt - etwa das eines Scheichs, der das Atomium in die arabische Wüste verpflanzen wollte.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Geplant mit Stricknadeln und Gummibällen

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