0 Bewertungen
15.05.2008 
Nigeria

Mindestens 100 Tote bei Brand an Öl-Pipeline

Bei einem Brandan einer Öl-Pipeline in Nigeria sind am Donnerstag mindestens hundert Menschen ums Leben gekommen. Dutzende sind noch vom Feuer eingeschlossen, so ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Mehr als 20 Menschen seien Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Die meisten Menschen starben nicht durch das Feuer selbst.

HB LAGOS. Unter den Toten befinden sich auch zahlreiche Schulkinder. Das Feuer erfasste mehrere Gebäude und Schulen im dörflichen Viertel Ijegun im Außenbezirk Alimosho der Metropole Lagos. Viele wurden zu Tode getrampelt, als die Menschen in Panik vor den Flammen flüchteten.

Der Brand war während Straßenbauarbeiten ausgebrochen. Ein Bagger riss ein Loch in die Pipeline. Das auslaufende Öl entzündete sich. Feuerwehren und Freiwillige versuchten die Flammen mit Wasser und Sand zu ersticken. „Als ich nach Hause kam, sah ich bei den Baggerarbeiten Funken fliegen. Als ob die Hölle auf uns herabregnen würde“, sagte der Dorfbewohner John Egbowon. „Dann rannten alle in verschiedene Richtungen.“ Der Hof einer Schule war von Sandalen und Ranzen übersät, die die Kinder auf ihrer Flucht verloren hatten.

In Nigeria sind wiederholt hunderte Menschen bei Bränden an Pipelines ums Leben gekommen, die von Treibstoffdieben angezapft wurden. Im Dezember wurden in einem anderen Dorf am Stadtrand von Lagos 45 Menschen getötet, als gestohlenes Öl in Flammen aufging. Ein Jahr zuvor waren ebenfalls in Lagos 250 Menschen bei einem ähnlichen Vorfall getötet worden. Das westafrikanische Land ist der achtgrößte Ölexporteur und Pipelines durchziehen das ganze Land. Die Mehrheit der Nigerianer verdient trotzdem weniger als zwei Dollar am Tag, weshalb viele große Risiken eingehen, um an Öl zukommen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

Bildergalerien

 

zurück  vor
  • Science Fiction in der Wü...

    Science Fiction in der Wüste

    Megaprojekte in Dubai und den anderen Wüstenemiraten sorgen weltweit für Aufsehen. Einzigartig ist die bereits bezogene künstliche Palmeninsel Jumeirah. Doch die Emirate übertrumpfen sich weiter selbst. Die neusten Pläne klingen nach purer Science Fiction. Bildergalerie 

  • Von Alterpräsidenten, Par...

    Von Alterpräsidenten, Party-Königen und Auslaufmodellen

    Wer beim Turnier in Österreich und der Schweiz die Gewinner und Verlierer jenseits des sportlichen Abschneidens waren – eine etwas andere Nachlese zur Fußball-Europameisterschaft 2008.Bildergalerie 

  • Topmodels und Teletubbies

    Topmodels und Teletubbies

    Die Wahrheit liegt neben dem Platz: Eine Fußball-Europameisterschaft ist nicht nur eine Messe für die wichtigsten Fußball-Trends – sie verrät auch viel über die stilistischen Entwicklungen der Branche. Die wichtigsten Erkenntnisse des gerade zu Ende gegangenen Turniers...Bildergalerie 

  • WM 2010: Aspirin und Ping...

    WM 2010: Aspirin und Pingpong

    Nach der Bergtour die Safari: Ein satirischer Ausblick auf das DFB-Team bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.Bildergalerie