Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hält die
Technologie des Transrapid für zuverlässig. „Da wir von
menschlichem Versagen und einer Verkettung unglücklicher Umstände
ausgehen müssen, macht es keinen Sinn, die Technologie selber in
Frage zu stellen“, sagte Wulff der dpa. „Ein solcher Unfall konnte
nur auf der Versuchsstrecke passieren, im realen Betrieb wie in
Schanghai oder irgendwann in München wäre das undenkbar.“ Im
Normalbetrieb werde die Schwebebahn automatisch zum Stehen gebracht,
wenn sich irgendwas auf der Strecke befinde, erläuterte er. „Auf der
Teststrecke gibt es diese Sicherheitseinrichtung nicht.“
Unter den Todesopfern des verheerenden Unglücks sind nach Angaben
der Staatsanwaltschaft auch zwei US-Bürger. Die meisten der 31
Insassen des Transrapids stammten aber aus Nordhorn (Kreis
Grafschaft-Bentheim) und Papenburg (Kreis Emsland). Es seien Besucher
gewesen, die an einer Messfahrt teilgenommen hätten. Auch zwei
Auszubildende waren an Bord, die die Fahrt als Auszeichnung bekommen
hatten.
Eine Gruppe von elf Netzplanern des Energieversorgers RWE war
ebenfalls mitgefahren. Zehn von ihnen starben, einer überlebte
verletzt. Auf seiner Internet-Seite zeigt sich das Unternehmen über
den Tod der Mitarbeiter „tief bestürzt“. Es seien Hilfen für die
Unfallopfer und ihre Angehörigen und Freunde angelaufen. „Jede
Familie wird von unseren Betreuern umfassend und individuell
begleitet“, sagte RWE-Personalvorstand Wilfried Eickenberg. Ob die
Reise mit dem Transrapid dienstlicher oder privater Natur war, stehe
noch nicht fest, erklärte ein Unternehmenssprecher.
Seit dem frühen Samstagmorgen waren Bergungstrupps und Ermittler
an der Teststrecke im Einsatz, um Spuren zu sichern. Der zerstörte
Zug solle zunächst auf der Trasse stehen bleiben, sagte der Sprecher
des Landkreises Emsland, Dieter Sturm. Ein technischer
Sachverständiger unterstütze Polizei und Staatsanwaltschaft bei
ihren Ermittlungen, berichtete Polizeisprecher Ewald Temmen.
Alle Verletzten seien inzwischen außer Lebensgefahr, sagte Sturm.
Bis zum frühen Samstagabend waren zudem alle Todesopfer „zweifelsfrei
identifiziert“, sagte Polizeisprecher Achim van Remmerden. Die
meisten seien anhand persönlicher Papiere oder von ihren Angehörigen
identifiziert worden. DNA-Analysen waren zunächst nicht nötig.
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Der Chefplaner der weltweit einzigen kommerziellen Transrapid-
Strecke in Schanghai besichtigte am Samstag den Unfallort in Lathen.
„Commander Wu wird aus erster Hand informiert, um sicher zu sein,
dass ihm nicht Ähnliches passiert“, sagte IABG-Chef Schwarz. In China
lief der Betrieb einen Tag nach dem tragischen Unglück im Emsland
normal weiter. Chinesische Zeitungen berichteten rein nachrichtlich
mit Bildern über das Unglück auf der Versuchsstrecke im Emsland. Es
fehlten Kommentare in den staatlich kontrollierten Medien oder
Reaktionen von Behörden. Dies ist so kurz nach dem Unglück und
angesichts der Tatsache, dass die Ursache noch nicht ermittelt ist,
in China durchaus üblich.