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28.08.2007 
11-Tonnen-Fund

Erneuter „Gammelfleischskandal“ hat bundesweite Auswirkungen

In Bayern haben Behörden heute bei einer Fleischfirma mehr als elf Tonnen sogenanntes Ekelfleisch beschlagnahmt. Wie jetzt bekannt wurde, stammte das Fleisch aus Schleswig-Holstein und sollte an Berliner Döner-Läden verkauft werden. Die FDP wirft Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) Versäumnisse vor.

HB MÜNCHEN. Die in Bayern beschlagnahmten elf Tonnen Gammelfleisch sind nach Angaben des bayerischen Verbraucherschutzministeriums als ungenießbare sogenannte K3-Ware aus Schleswig-Holstein nach Wertingen geliefert worden. Sie sollten von dort umetikettiert als lebensmitteltauglich an einen Berliner Döner- Hersteller geliefert werden. Etwa 20 Tonnen Ekelfleisch seien so bereits im Juli von Wertingen aus vermarktet worden. Die zuständigen Länder- und Bundesbehörden seien informiert worden. In den Frachtpapieren seien Angaben eines belgischen Betriebs gefunden worden. Demnach könnte ein nicht genannter anderer EU-Mitgliedstaat in den Fall verwickelt sein.

Die Ermittler prüften derzeit anhand von beschlagnahmten Lieferlisten, ob die Fleischfirma über die bislang bekannten gut 30 Tonnen hinaus Schlachtabfälle erworben und möglicherweise umetikettiert weiter vertrieben hat. Der Wertinger Betrieb wurde von den Behörden sofort geschlossen.

Die FDP hat Bundesverbraucherminister Horst Seehofer und seinem bayerischen Kollegen Werner Schnappauf (beide CSU) im Zusammenhang mit dem neuen Fleischskandal im Freistaat Versäumnisse vorgeworfen. Nun räche sich bitter, dass weder Bayern noch die Bundesregierung ihre Hausaufgaben im Bereich Lebensmittelsicherheit erledigt hätten, sagte der FDP-Landwirtschaftsexperte Hans-Michael Goldmann am Dienstag in Berlin.

„Es ist unverständlich, dass die verantwortlichen Minister Schnappauf und Seehofer ihre Versprechen zur Kennzeichnung von K-3-Material immer noch nicht eingelöst und möglicherweise so eine bekannte Schwachstelle offen gelassen haben“, kritisierte der Bundestagsabgeordnete. Bund und das Land müssten nun sicherstellen, dass kein Gammelfleisch auf die Teller der Verbraucher gelange.

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