Während die besten Hedge-Fonds die Anleger auch während der Finanzkrise mit attraktiven Renditen verwöhnten, litt die Branche insgesamt unter den Verwerfungen an den Märkten. Im ersten Quartal 2008 verloren Hedge- Fonds im Schnitt 2,8 Prozent an Wert und verzeichneten damit die schlechtesten drei Monate seit 2002. Außerdem zogen die Investoren nach Informationen der Fachzeitschrift Financial News erstmals seit Jahren Kapital ab. Die spekulativen Fonds verwalten nach dem Boom der vergangenen Jahre mittlerweile weltweit rund zwei Bill. Dollar.
Der Aufsteiger auf der diesjährigen Geldrangliste ist Chris Hohn, der Chef des Londoner Hedge-Fonds TCI, mit einem Jahresverdienst von 800 bis 900 Mill. Dollar. Hohn, der einen erheblichen Teil des TCI-Gewinns für notleidendeKinder in der dritten Welt spendet, sorgte vor allem mit seiner Attacke auf die niederländische Großbank ABN
Amro für Schlagzeilen. Hohn hatte in einem Brief an das Management eine Aufspaltung des Geldhauses gefordert und damit die größte Übernahmeschlacht der Finanzgeschichte ausgelöst. Neben den Aufsteigern Paulson und Hohn finden sich auf der Geldhitparade auch viele alte Bekannte wieder, wie Paul Tudor Jones, Steve Cohen oder der ehemalige Mathematiker Jim Simons.
Simons Flaggschiff-Fonds Medallion bescherte den Anlegern seit der Gründung 1989 im Jahresschnitt eine Rendite von mehr als 30 Prozent, und gilt damit als erfolgreichster Hedge-Fonds überhaupt. Allerdings verwaltet Medallion seit Jahren nur noch das Geld der Angestellten von Simons Firma Renaissance Capital. Auch am Altmeister der Hedge-Fonds ging die Finanzkrise nicht spurlos vorüber. Simons Institutional verlor 2007 ein Prozent seines Wertes, der erste Verlust eines Renaissance Fonds seit 20 Jahren.
