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08.03.2007 
Weltfrauentag

Gleicher Lohn für Frauen und Männer gefordert

Zum Internationalen Tag der Frauen an diesem Donnerstag haben sich Politiker aller Parteien für gleichen Lohn für Frauen und Männer in Deutschland eingesetzt. Ebenso mahnten sie größere Anstrengungen zur weltweiten Umsetzung der Gleichstellung an.

BERLIN. Unions- und SPD-Fraktion im Bundestag wollen gemeinsam gegen die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen am Arbeitsplatz vorgehen. In einem gemeinsamen Antrag fordern sie die Bundesregierung auf, „Entgelt-Ungleichheit bei gleicher Arbeit“ zu beseitigen. Vor wenigen Tagen erst hatte das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) erneut festgestellt, dass Frauen häufig weniger Lohn als Männer erhalten. Dies wurde auch darauf zurückgeführt, dass sie seltener in höheren Positionen arbeiten. Mit Blick auf den EU-Gleichstellungsbericht 2007 klagte der Deutsche Frauenrat, in Europa verdienten Frauen durchschnittlich 15 Prozent weniger als Männer. In Deutschland liege die Kluft bei mehr als 20 Prozent. Das sei eine „grundlegende Diskriminierung“.

Die Unions-Fraktion kritisierte, die Lohnschere habe sich in Deutschland in den letzten Jahren noch weiter geöffnet. Die Bundestagsfraktion der SPD monierte, die Frauenerwerbsquote sei zwar 2005 auf 59,6 Prozent gestiegen, doch sei das Arbeitsvolumen der Frauen gesunken. „Denn immer mehr Frauen arbeiten Teilzeit oder in geringfügigen Beschäftigungen“, heißt es in einer Erklärung der Fraktion zum Frauentag. „Einkommensunterschiede zu Lasten von Frauen führen zu einem Rückzug der Frauen aus dem Erwerbsleben“, sagte Astrid Rothe-Beinlich, Bundesvorstandsmitglied der Grünen. Die Linksfraktion verlangte für Frauen vehement „das Individualrecht auf Existenzsicherung“ ein.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) erinnerte daran, dass in den „allermeisten Ländern der Erde bis zur faktischen Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen noch ein weiter Weg ist“. „Es bleibt noch viel zu tun“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der weltweite Einsatz für die Rechte der Frauen bleibe eine Konstante deutscher Außenpolitik.

Die Vorsitzende der Frauen-Union der CDU, Maria Böhmer, forderte, Anliegen und Erfahrungen von Frauen müssten mehr Eingang in die Gestaltung aller Lebensbereiche finden. „Der Weg, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegangen ist, kann Frauen Mut machen.“ Die Vize-Chefin der FDP, Cornelia Pieper, verlangte, Vereinbarkeit von Kindern und Karriere müsse auch ein zentrales Thema für Männer werden.

Einen Tag vor dem Weltfrauentag ist am Mittwoch eine bundesweite Kampagne gegen Gewalt an Frauen gestartet. Ziel ist es, mit Plakaten die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Situation betroffener Frauen durch Hinweise auf Hilfsangebote zu verbessern, wie der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Berlin mitteilte. Mindestens jede dritte Frau in Deutschland erlebt den Angaben zufolge in ihrem Leben Gewalt. Schätzungsweise zwei Drittel verschweigen dies.

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