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28.06.2007 
Neue Studie

Chefinnen noch immer selten

In den Chefsesseln deutscher Unternehmen sitzen immer noch deutlich weniger Frauen als Männer. Der Grund: Familie und Beruf zu vereinbaren, ist noch immer schwierig. Doch nicht nur der Blick in die Führungsetagen von Konzernen zeichnet ein deutliches Bild der Benachteiligung – auch beim Einkommen liegen Frauen hinter ihren männlichen Kollegen.

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist für viele Frauen ein Problem. Foto: ap Lupe

Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ist für viele Frauen ein Problem. Foto: ap

HB NÜRNBERG. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Den Zahlen aus dem Jahr 2004 zufolge ist nur jede vierte Führungskraft in der obersten Leitungsebene von Betrieben eine Frau. In Großunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten betrage ihr Anteil sogar nur vier Prozent. Damit habe sich die Frauenrate im Vergleich zur Erhebung aus dem Jahr 2000 kaum erhöht, erklärte IAB-Autorin Corinna Kleinert.

Frauen seien aber nicht nur seltener in leitenden Positionen vertreten, sondern würden auch ein im Durchschnitt geringeres Einkommen erhalten. Dabei spiele auch eine Rolle, dass sich Frauen seltener für technische Studiengänge entschieden und in der Regel weniger Wochenstunden als ihre Kollegen arbeiteten.

Laut IAB ist zudem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für weibliche Führungskräfte schwierig: Während die Partnerinnen von Managern meist nur teilzeitbeschäftigt oder gar nicht erwerbstätig seien und sich daher um den Nachwuchs kümmern könnten, seien die Partner der weiblichen Führungskräfte meist selbst in einer Managementposition. Es sei daher wenig überraschend, dass weibliche Chefs deutlich weniger Kinder als ihre männlichen Kollegen hätten: 2004 lebten nur 32 Prozent dieser Frauen in einer Familie mit Kindern, bei den Männern waren es 53 Prozent.

Um das zu ändern, schlagen die IAB-Autorinnen flexiblere Arbeitsbedingungen und bessere Möglichkeiten der Kinderbetreuung vor. Damit könnten längere Unterbrechungen im Job verhindert und die Karrierechancen von Frauen deutlich erhöht werden. Betriebe und Gesetzgeber seien hier gleichermaßen gefordert.

Die nächste Studie zum Anteil von Frauen in Managementpositionen soll 2009 erscheinen.

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