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11.04.2008 
Mentoring

Starkes Tandem

von Christoph Stehr

Für die Hamburger Wirtschaftsprofessorin Sonja Bischoff ist Mentoring „das einzig wirksame“ Mittel, damit Frauen in Führungspositionen gelangen. Die besten Programme sind dabei firmenübergreifend angelegt. So kann die Mentee ihrem Mentor Tricks abschauen.

Im Hotel in Worpswede fühlt sich Ina Malinowski in ihre erste Tanzstunde zurückversetzt. Der Puls beschleunigt, die Hände feucht – welcher ist es wohl? 26 Frauen und Männer sitzen im Kreis und stellen sich vor. Eine Frage klammern sie aus: Sind sie hier, um zu führen oder sich führen zu lassen? Das weiß nur die Moderatorin, die die Paare anschließend bekannt gibt.

Sie ruft Ina Malinowski zusammen mit einem Vertriebsingenieur, Ende 50, auf. Sie begrüßen sich und gehen dann in einen Seminarraum, um sich anhand einer Checkliste kennen zu lernen. Das Parkett, auf dem Malinowski, heute 44, ein Jahr lang Schrittfolgen, Figuren und Manöver üben sollte, war ihr Beruf. 2006 nahm sie am Bremer Cross-Mentoring-Programm speziell für Frauen teil.

Veranstalter ist das Expertinnen-Beratungsnetz Bremen (EBN). Das von der EU geförderte Programm spannt Mentees und Mentoren aus verschiedenen Unternehmen zusammen. Malinowski bewarb sich mit einem konkreten Anliegen: „Ich wollte eine Bestandsaufnahme in der gefühlten Mitte meines Lebens. Ich hatte in den drei Jahren zuvor viel erreicht und stellte mir immer öfter die Frage: Will ich noch mehr? Wenn ja, will ich eine Führungsposition?“

Die Bankkauffrau hatte gerade ein Weiterbildungsstudium der Arbeitswissenschaft absolviert und sich bei der Bremer Landesbank von der Unternehmensentwicklerin zur Referentin für Vorstandskommunikation und zur Redenschreiberin des Landesbankchefs hochgearbeitet.

Beim Vorgespräch mit dem EBN erläuterte Malinowski ihre Vorstellungen von ihrem Mentor oder ihrer Mentorin: Sie wünschte sich entweder einen gestandenen Mann gegen Ende seines Berufslebens oder eine Power-Frau in leitender Position. „Meine Priorität lag bei einem Herrn, weil ich in einer von Männern dominierten Branche arbeite“, sagt sie.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Aufstieg über persönliche Förderung und Netzwerke

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