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24.08.2007 

Eins ist auch klar: An der Post führt in der Branche kein Weg vorbei. Der Ex-Monopolist dürfte im Briefmarkt auch langfristig einen Anteil von 70 bis 80 Prozent halten. Dem neuen Arbeitgeberverband gehören neben der Post immerhin noch 20 kleinere Unternehmen an – aber auch Töchter der Post. Die Verbandsmitglieder beschäftigen insgesamt rund 200 000 Mitarbeiter. Damit repräsentiert der Verband deutlich über 50 Prozent der Beschäftigten in der deutschen Brief-Branche und kann damit den Mindestlohn beim Bundesarbeitsminister beantragen. Andrea Kocsis vom Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi hat bereits Verhandlungen mit AGV über „bundesweite tarifvertragliche Regelungen zu Mindestlöhnen“ angekündigt.

Doch ein „Geschmäckle“ bleibt. Denn ausgerechnet die beiden größten Post-Konkurrenten Pin Group (Springer Verlag) und TNT Post (niederländische TNT) gehören dem Verband nicht an. „Sie haben gepennt“, meint ein Branchenkenner. Bender, der beim damaligen Postminister Christian Schwarz-Schilling (CDU) Büroleiter war und zehn Jahre im Postvorstand arbeitete, ficht die dominante Rolle der Post im Verband nicht an: Dies könnten Pin und TNT Post verhindern, indem sie beiträten. Anfang kommender Woche will er bereits mit Pin sprechen.

„Wir sind grundsätzlich für alles offen“, sagte eine Sprecherin von TNT Post. Die Konkurrenten wissen, dass sie mitziehen müssen, um am Ball zu bleiben. Bei Festlegung von Mindeststandards könnten aber nicht die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen eines Monopolisten als Maßstab dienen, gab Pin-Chef Günter Thiel schon einmal die Marschrichtung vor. Und er kämpft gegen einen anderen Nachteil: Der Marktführer Post zahlt anders als die Konkurrenten keine Mehrwertsteuer im Briefverkehr. Als Ausgleich für Mindestlöhne hoffen die Wettbewerber auf Gleichbehandlung bei der Mehrwertsteuer. Ob Wolfhard Bender auch darauf Einfluss hat?

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